Reenlarpment – Ein bessere Lösung?

Einige Gedanken und Reflexionen zum Thema Reenlarpment.

Reenlarpment, ein Kunstwort aus „Reenactment“ und „LARP“. In grossem Engagement kann man mit diesem Schlagwort eine Zielgruppe ansprechen, die meiner Meinung nach grösser wahrgenommen wird als sie wirklich ist. Es braucht eine gewisse Begeisterung für die im Spiel geplante „Zeit“ und fordert viel von seinen Spielern. Denn auch ich selber, (einer historisch akkuraten Tasche aus einem Konstanzer Fund nicht abgeneigt) nehme mir viel zu gerne die Freiheit, ebensolche Taschen mit einer Pluderhose aus meiner Fantasie zu kombinieren.

Damit beim ersten Punkt: Reenlarpment ist eine Einschränkung. Der Hintergrund verbietet mir gewisse Dinge, auf die zu verzichten ich bereit sein muss. Nicht jedem passt das, denn es verlagert die verlangten Interessen. Anstelle eines „gefällt/gefällt nicht“ und eines subjektiven „passt/passt nicht“ definieren Vorlagen was ich anziehe/mitnehme. Und wenn mir ein Mühlradkragen oder eine Schamlatzhose noch so missfallen, sie gehören für die passende Erscheinung einfach dazu – wie der Magier eine Robe und der Ritter ein Schwert, so trägt der Reenlarper sein zeitgemässes Equipment .

Zum zweiten Punkt: Reenlarpment ist die Kunst, Brotbacken als Abenteuer zu erleben. Durch den Ersatz der fantasiegeborenen Spielwelt durch eine vergangenen Zeit verändert sich auch der Horizont im Spiel. Wo vorher durchaus Faune, Elfen und auch mal der Einsatz von Magie oder einige Mitternachtsgeister für den nötigen Touch „Exotik“ und „Abenteuer“ sorgen, muss dies im Reenlarpment durch zeitlich Passendes ersetzt werden. Simple Tätigkeiten die wenig mit „Abenteuer“ zu tun haben, müssen als solches wahrgenommen werden können. Brotbacken, Kugelgiessen, Exerzieren. Lombardische Landsknechtssuppe kochen. Die Wäsche der Hausbesitzerin, die noch herzustellende Marmelade. Es braucht für ein als „intensiv wahrgenommenes Szenario“ viel mehr niedere Tätigkeiten, weil sie die Grundlagen der dargestellten Welt bilden.

Dritter Punkt:  Niemals vergessen, das auch Reenlarpment ein Spiel sein will. Es braucht mehr als nur wunderschön passend ausgerüstete Spieler. Mehr als nur eine optisch wunderbare Lokalität. Es braucht für das Spiel passende Regeln, Mechanismen oder Richtlinien, wenn hartgesottene Reenactors und aufgerüstete und aufgemotzte Conquest-of-Mythodea-Besucher zusammentreffen. Denn ein Reenlarpment-Spiel soll nicht eine Burgbelebung mit Charakternamen sein. Und auch nicht nur ein Liverollenspiel mit hohen Ansprüchen. Es soll im gewünschten Zeitrahmen eine spielerische Komponente beinhalten, die sich als Plot verstehen kann.

Einige  Beispiele:

Waffen: Im Vergleich zum Fantasylarp kann Reenlarpment mit „Feuerwaffen“ als Standardwaffen gewählt sein. Frühzeitig muss klar sein, welche gewünscht sind, wie sie bespielt werden, und wer/wie/wann getroffen werden kann.  Sind Degen und Florette dem Szenario angerechnet – darf gestochen werden, wenn ja, mit was.

Verletzungen: Ist das übliche, generische und weitverbreitete Ausspielen gewünscht – Opferregel voraussgesetzt – und man überlebt alles, und heilt innert einiger Stunden? Oder ist da mehr Konsequenz gefordert, und eine Wunde verbleibt bis Ende Spiel?

Gesellschaft im Spiel: Wie geht man damit um, dass einige Unverbesserliche trotzdem über die Stränge schlagen? (Nottaufe für eine spontane Heirat – einfache Kolonisten besser bewaffnet als das Militär – Demokratie-und-persönliche-Freiheit-Verfechter… tbc) Oder ist so etwas – des entstehendend Spieles willen – okay?

 

Alles in allem, nur so mehr/minder spontan zusammengefasste Gedanken. Vielleicht organisiere ich ja selber mal Reenlarpment und mache alles ganz anders.

 

 

Schnittmuster: „Short Coat“

Short-Coat für "SuL"

Auf Wunsch hin, das exakte Schnittmuster, was ich für meinen „Short Coat“ am „Sold und Leben“benutzt habe. Er trägt sich relativ eng, und ist nach meinen eigenen Massen angefertigt. Er geht von Schulter bis Mitte Oberschenkel und hat lange Ärmel. Ich habe dazu folgende Masse verwendet, und dabei immer eng am Körper (bzw, am Unterhemd) gemessen:

Dann hat es auf der Zeichnung einige Dinge. Zum Beispiel die gestrichelten Linien am Schulterbereich. Das ist die Zugabe, die ich für die leicht vorstehenden Schultern gelassen habe. Kann man einfachhalber weglassen. Die gestrichelte Linie an der Front ist die Knopfzugabe – je nach Grösse ebendieser kann die mehr oder weniger sein. Daher die Knöpfe in die Mitte sollten, muss man es bei beiden Frontteilen dazugeben.

Schnittmuster "Short Coat"

Das linierte Papier ist im 5x5mm-Raster, ich habe im Massstab 1:10 gezeichnet. Links ist das Rückenteil, rechts das Frontteil. Oben, der schmale Bogen ist der Kragen. Seine gestrichelte Linie zu benutzen ergibt, dass er gegen vorne am Hals beinahe aufhört. Angenäht an den Halsausschnitt des Coats wird er mit der Aussenseite des Bogens. (Ich selber – Bild – habe ihn nach vorne schmaler werden lassen)

Unten der Ärmel. Ich habe auf eine schönere Armkugel aus bequemlichkeit verzichtet. Die Armnaht wird an der Schulter unten angenäht. Gerade, als Trapez geschnitten ist möglich. Doch die leichte Rundung auf den letzen 15cm macht es etwas einfacher.

Front- und Rückenteil – die habe ich bis zur Bauchhöhe (Bauchumfang) offengelassen, das ist in etwa Höhe Bauchnabel.

Etwas wirr, aber hoffentlich verständlich. Lässt man die gestrichtelten Bereiche an der Schulter und den Kragen weg, hat man ein brauchbares Schnittmuster. Allerdings aufgepasst: Die „historische“ Optik an diesem Kleidungsstück kommt von den Handnähten und den Stoffknöpfen und dem Rest der Kleider. Auch der Gürtel wird auf „Bauchumfang“-Höhe getragen. Ansonsten – bei Baumwollstoff und Hornknöpfen – entsteht sehr schnell der Eindruck einer Out-Time-Jacke.

Fragen – nur zu. Ich helfe gerne.

Spielbericht: Sold und Leben

Ausgeschrieben als „Reenlarpment“, mit dem Titel „Sold und Leben“. Organisiert hat es die Karo, alleine über die Plattform larper.ning. Ausgeschrieben als Taverne in Nordhessen, in der sich allenfalls auch mal ein kaiserlicher Werber blicken lasse. Im März 1630, mitten in der Zeit, in der im deutschen Reich der Dreißigjährige Krieg tobt. Etwas genauer sind die Niederländer im Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger, und im restlichen Reich ist Mitte 1629 der Dänisch-Niedersächsische Krieg mit dem Frieden von Lübeck zu Ende gegangen.

Für das Spiel gab es einige wenige Hinweise. Das Land ist gezeichnet vom Krieg, und ein Gutshof bei Trendelburg dient seit einiger Zeit als Dreh- und Angelpunkt für Kriegsvolk. Gerüchteweise macht „der Schwede“ etwas, und Wallenstein sei entlassen. Dazu munkelt man, der Hof werde von einer Frau – im historischen Kontext ungewöhnlich – geführt.  Als das Spiel ausgeschrieben wurde, war ich zurückhaltend. Doch der äusserst vorsorgliche Jari hat mich angemeldet, mein Bett vorbereitet und… leider meine Ausrüstung vergessen. So dass ich zwei Wochen vor dem Spiel mit einer Hau-Ruck-Aktion den Zuckerbäcker Wiesendanger gebastelt habe, und ihn in der letzen Woche vor dem Spiel zum Kugelgiesser Wiesendanger umfunktioniert habe. Hin- und Rückreise (SBB nach Basel, Lufthansa nach Düsseldorf, Auto nach Trendelberg) war ebenfalls easy.

Dann kommt der erste Hammer:

Ein "Gutshof bei Trendelburg"

Eine traumhafte Location. Als Kulisse Fachwerkbauten, als Beizenlokalität ein Kellergewölbe und ein dachloser Raum- direkt an der Sonne. Wunderbar. Mauer, Bach hintendran… und auf Sichtweite nichts störendes. Unterkunft absolut in Ordnung, Einzelbetten im Massenschlag. Checkin, etwas Geld haben wir auch noch bekommen. Die Orga hat da extra was organisiert:

gulden-larp
SuL-Gulden

Nett, hübsch, passend. (Die Goldenen habe ich allerdings von einem Mitspieler.) Wird es noch einmal zu so einem Spiel kommen, wäre ich auch bereit, für ~xxSfr Originale/Replikas zu kaufen, so zwei-drei Stück, um diese dann für mich abzugiessen. Der Rest der Spielerschaft sieht gut aus – die Kleidung/Ausrüstung die sie mithaben ebenfalls. Top sieht auch die Oni aus, mit einem hellblauen Kleid aus Seidentaft. Strelitzen sehe ich, und irgendwo sitzt der Are, und näht die letzen Stiche an einem neuen Lederwams. Im Laufe des Freitags rutschen wir nach und nach ins Spiel, die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger. Als unbewaffneter Trossbub Heinrich Wiesendanger aus dem zwinglianischen Basel, zusammen mit meinem Bruder Hans-Peter Wiesendanger mache ich mir – da irgendwie der Trumpf „neutraler und unbewaffneter Schweizer“ sticht, einige Leute zu Bekannten. Unter anderem der musketenlose Inigo aus Spanien, und einige Veteranen aus den Niederlanden. Im Laufe des Abends läuft es sich ein und dann auch schon wieder aus. Charaktere kennenlernen, Modalitäten anschnuppern. Ein sehr gutes Gespräch mit Kelmon, wenn auch bereits Out-Time. Dann ab ins Bett, schon leicht angesäuselt. Schlafen. Zum Glück hat kaum einer geschnarcht.

Aufstehen, waschen, frühstücken. Mit der resoluten – zumindest gegen aussen – Wirtin Mechthild den Deal ausgemacht, Holz zu hacken und dafür Feuer benutzen/machen zu dürfen. Rund anderthalb Stunden das Beilchen, das süsse, kleine, stumpfe und unnütze Ding durch Holz quälen, danach ein Feuer machen und die Kugelgiesserei in Betrieb nehmen. Als Gussform dient vorbereiteter Speckstein, als Material nahm ich Zinn. Das Geschäft läuft an, und gegen Mittag war die Gusspfanne kaputt und ein kaiserlicher Werber taucht auf. Top -wenn auch erwartet – und er hat Leute für zwei Gulden Handgeld angeworben. Der Hanspi Wiesendanger lässt sich anwerben, und zieht sich den Ärger seines Bruders zu. Leicht abstrakte religiöse Diskussionen, weil für mich der Klosterbruder, der aufgetaucht ist, keine Autorität besitzt. Danach rutscht es ein Stück weit zu einem Samstagabendsloch ab, das diverse Leute mit „Heiraten“ füllen wollen. Schröcklich. Das hat mich ernsthaft genervt, das fand ich total daneben. Das ganze Gefühl eines historischen Settings hat bei mir stark gewackelt, als „Nottaufe“ (Wtf!, wir sind alle getauft!) sämtliche reformiert-katholisch-orthodoxen Differenzen ausräumen sollte.

Der Punkt, den ich dem Spiel allerdings ankreide, ist der Mangel an „Liverollenspiel“. Es war einfach zuwenig los, dafür, dass es mehr als ein „1630er-Fan-Con“ sein sollte. Die Charaktere waren angenehm, bodenständig. Besonders cool fand ich die Herren, die ich als „die von der Lightning“ vom Hörensagen her kannte, als Veteranen. Abgewrackt, üble Geschichten erzählend. Auch die jüngeren, kriegerischen Knechte gefallen. Die Mechthild – die mir übrigens kostenlos Mittagessen an den Arbeitsplatz brachte! – und ihre Staffage. Alles war schön, so dass ich es erst im Nachhinein bemerkte: Es war zuwenig los.

Punkte, die da reinspielen, und ein Kommentar gleich dazu:

  • Unbekanntes Setting“ –  Wird sich verbessern, wenn die Spieler wissen, was geht/ was nicht geht
  • Anything goes-Taverne“ – Musste sein, um genug Leute für das Jahr 1630 zu begeistern
  • Zuwenig Konfliktpotential der Spieler – Man kannte die Folgen und Modalitäten dazu nicht
  • Wenig Events/Skripte/“Plot“ vonseiten der Orga – wird sich wohl ändern
  • Wenig Meta-Input der Spieler, also Dinge, die für alle von Belang sein könnten – Kein Kommentar, sowas kann sein.

Fazit daraus: Reenlarpment hat seine Tücken, aber auch seine Reize. Einige Gedanken dazu schwirren mir im Kopf rum, müssen aber noch genauer ausformuliert werden. Und das Wochenende hat sich absolut gelohnt – die Liste mit Kritik hier am Schluss ist ja eher klein. Und wäre mehr kriegerisches passiert, wäre sicher dieses alberne „Jmd muss heiraten“-Geschwätz nicht aufgetaucht.

Sonntags dann noch ausgedehnt gefrühstückt, und dann über die Anreisestrecke wieder nach Hause.  So, und hier noch einige wenige Links zum Thema:

Ich hoffe auf ein zweites Spiel im Setting, bei dem es doch noch mehr zu tun gibt, als die Option „anwerben, ja oder nein“ zu wählen. Und ich werde wenn es irgendwie machbar ist, dahingehen.

„Short Coat“ und „Wams“

Eigentlich würde man, wie man mir sagte, über dem Hemd ein Wams mit Schössen und darüber wiederum einen „Kasack“ (So ein „Musketiermantel, mit vielen Knöpfen) oder einen „Short Coat“ tragen. Daher ich nicht die Musketieroptik anstrebe, plante ich ich den Short Coat. Auf zur Bildersuche, und wikicommons war gnädig: Ein Bild von Sebastian Vrancx. Der Mann im Vordergrund trägt sowas wie so eine Jacke, eben, den „Short Coat“, wie ich vermute.

Januar, Sebastian Vrancx
"Januar" von Sebastian Vrancx

Bei der Suche nach weiteren Bilder bin ich doch auch von „Ready to wear 1640s style“ beinflusst worden, vor allem von „Soldiers Coat“. Dazu eine Schnittzeichnung von GregorM aus dem larper.ning, die mir in etwa vermittelte, wie man sowas näht.

Vorstellung: Leichte Schösse, leicht tailliert und die Schultern ~3cm vorstehend, dass dort der Ärmel „untergenäht“ wirkt. Stehkragen. Harte Arbeit, das kam dabei raus…

Short-Coat für "Sold und Leben"

Wolle, Leinenfutter. Die Schultern sind okay, wenn auch nicht berauschend. Am Körper habe ich eine Armkugel geschnitten, die Ärmel jedoch als einfache, sich nur leicht verjüngende Röhren angesetzt – ohne Gegenstück zur Armkugel. Doch was fällt auf? Zu gross, zu klein, zu doof zu schön… nein. Zu genau. Da drunter kriege ich niemals mehr ein Wams. Epic Fail. Das Nachprüfen einiger Bilder, die ich gesammelt habe, zeigt mir aber eine Lösung aus. Ich deklariere den „Short Coat“ zu einem Wams um, und nähe mir einen „richtigen“ Short Coat. Einen zum drüber anziehen. Einen korrekten, grossen, schönen… ich muss ja nicht erwähnen, dass ich nicht für ein Wams bereits Muster gemacht, Futter geschnitten, Futter umsäumt und zusammengenäht habe – ehe ich das bemerkte. Peinlich, peinlich…

Weils aber heute so schön war, war ich noch einmal Waffeln backen. Die Fotos der Waffelbackserie, diesmal unter dem Titel „Heiri Wiesendanger als Zuckerbäcker“, oder auch als Spieltitel: „Wiesen-Danger I“, in meiner Galerie zu finden. Eigentlich war es ein „Testlaufprojekt“ für die bisherige Ausrüstung, auch damit ich es dem larper.ning in die Kritkmühle geben kann.  Neu dabei, extra dafür genäht, der Hut. (Weil die Strickmütze mangels passender Wolle noch unfertig ist)

Soldatenhut

Sehr hübsch beschrieben: „Mit dem Hut wird es keine Heldenposen geben.“ Danke, für solche Freundschaften mache ich das. So, auf zum Short Coat. Dem richtigen Short Coat. 😉

Kugelgiesser, Bäcker und der „Short Coat“

Eigentlich sollte ich ein Wams nähen, oder Fotos mit dem „Short Coat“ machen. Daher ich wegen ¢=/)(ç&ç*%*-Provider seit Dienstag keinen Internetzugang hatte, muss das warten. Denn heute hat das Wetter gelacht, und als ich draussen war, hat mich grad dazu noch ein Metalldings angelacht. Nachdem am „Vogelfrei III“ damit scheinbar alles schief lief, ist es in einer Ecke gelandetund langsam verrostet.  Mein zweiter Vorname ist aber „imba“, daher wollte ich es selber mal ausprobieren, und habs nur rosten lassen, aber vor dem Altemetallkübel gerettet.  Es handelt sich bei dem gusseisernen Teil um ein Waffeleisen. Einmal ausglühen im Feuer, sowie zehn Minuten Arbeit mit der Drahtbürste, und es sah so aus:

Waffeleisen

Mit einem simplen Rezept – Google sei Dank – habe ich Waffelteig nature vorbereitet:

  • 200 g Butter
  • 170 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillinzucker
  • 4 Eier
  • 350 g Mehl
  • ½ Pck. Backpulver
  • ~125 ml Wasser

Butter und Zucker zusammen schaumig rühren. Eier und Vanillezucker darunterrühren, die Masse sollte leicht hellgelb werden. Mehl und Backpulver darunterrühren, und danach so lange Wasser zugeben und einrühren, bis der Teig zäh vom Löffel/der Kelle tropft.  ½h abgedeckt ruhen lassen.

Danach kurz ein Feuer gemacht, breit und flach. Waffeleisen druff, und viel – viel mehr – noch mehr – Butter rein. Eine Kelle Teig dazu, zumachen, wenden, drehen, wenden, drehen, beten, wenden, Feuer schürren. Im Anschluss rennen und Lederhandschuhe holen, weil die Griffe des Waffeleisens eisern sind. Danach habe ich nach und nach ein Dutzend Waffeln gemacht, alle tiptop in Ordnung. Die ersten beiden waren geschmacklich fragwürdig, der Rest aber wunderbar.

Waffeln gebacken

Also absolut empfehlenswert. Vielleicht bin ich am „Sold und Leben“ doch lieber Bäcker als Kugelgiesser? ….ich geh nähen… 😉

 

Hose „Alatriste“, Breeches

Nach einem kurzen geistigen Drama gestern, der erste Teil des Projektes:

"Alatriste" - Hose

Hose, 17tes Jhd. – Ich glaube, sowas nennt man „Breeches“ auf englisch, „Culotte“ auf französisch und „Kniebundhose“ auf deutsch. Meine ist aus schweizer Armeeloden, den ich grünlich eingefärbt habe. Ungefüttert, mit fünf Knöpfen und wollenen Knopflöchern an der Front. Sie sitzt sehr gut, ich kann mich bücken, drehen und die Füsse einzel hochreissen. Oben und an der Front ist sie umsäumt, unterhalb der Knie habe ich ein 3-cm-Bündchen angenäht, um die Falten aufzufangen. Gefällt, hoffentlich schaffe ich den Rest ebensoschnell.

Genäht wurde übrigens – wie könnte es anderst sein – nach der Anleitung von 2Heinz. Nach den Erfahrungen mit seinen Landsknechtsanleitungen konnte das nur gutgehen.

„Ich-will-auf-Karos-Con“ – Basteln

Ich habe soeben festgestellt: Vom 16. – 18. März findet das Reenlarpment „Für Sold und Leben“ statt. Das ist ganz in Ordnung, denn ganz in meinem Sinn sind so eng gestrickte Vorgaben in einem Liverollenspiel gut. Aber diesmal bin ich im Dilemma. Denn vor nicht allzulanger Zeit habe ich Karo, die Organisatorin, im Chat des larper.ning gefragt, ob noch Platz sei. Mein bekannter Agent, der J.H.M., hatte mich allerdings bereits angemeldet. Und den Flug gebucht, ebenso die Mitfahrgelegenheit und dergleichen. Sogar an die Rückreise dachte er! Für mich aber fiel das Spiel danach ein Stück weit aus der Gedankenwelt, ich habe mich ja auch vorher nie selber „gemeldet“, sozusagen.

Und jetzt stelle ich fest – es ist März, und in zweieinhalb Wochen findet das Spiel statt. Und meine Ausrüstung ist… gleich null. Es fehlen mir folgende Dinge:

– Unterwäsche
– Schuhe
– Wams
– Hose
– Strümpfe
– Zinngussform 18.2mm, deutsches – nicht schwedisches – Kaliber
– Hut
– Geschirr (Danke Karo! Keine Keramik und kein Glas, es kann also knüppelhart werden!)

Alles in allem – Furchtbar. Ich habe soeben angefangen, mir etwas zusammenzustellen. Fortschritte werde ich veröffentlichen. Derzeit mache ich eine „Hose im Alatriste-Stil„, nach einer Anleitung von 2Heinz. (Was kann der 2Heinz eigentlich nicht?)