{"id":1926,"date":"2016-03-22T00:25:05","date_gmt":"2016-03-21T23:25:05","guid":{"rendered":"http:\/\/liverollenspiel.ch\/wordpress\/?p=1926"},"modified":"2016-03-22T00:25:05","modified_gmt":"2016-03-21T23:25:05","slug":"spielgeld-und-gedanken-dazu-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liverollenspiel.ch\/wordpress\/spielgeld-und-gedanken-dazu-i\/","title":{"rendered":"Spielgeld und Gedanken dazu (I)"},"content":{"rendered":"<p>Opportunismus ist eine der beliebtesten &#8220;Gesinnungen&#8221;. Ein Ausweg zwischen naiv und edel und eine brauchbare Variante um auf einem Liverollenspiel abwartend-passiv zu \u00fcberleben. Oft ist dieser Opportunismus mit dem <a href=\"http:\/\/www.larpwiki.de\/Charaktertipps\/S\u00f6ldner\">S\u00f6ldner<\/a> verbunden. Dabei kommen fast immer die meiner Meinung nach h\u00fcbschesten, besten, tollsten und vielf\u00e4ltigsten Ambientegegenst\u00e4nde ins Spiel: <strong>M\u00fcnzen<\/strong>. Spielgeld. Silber-Kupfer-Gold. Papierfetzelchen, Barren&#8230;<\/p>\n<p>Doch da besteht aus meiner Sicht ein Problem. Spielgeld zu besorgen ist zwar einzelnen Organisatoren machbar, aber langfristig geplant kommt selten viel heraus &#8211; so bleiben diese M\u00fcnzen oftmals auf ein Spiel oder eine Gruppe bezogenes Material, das noch einige Jahre Sammlerwert hat, ehe es zum Errinerungsst\u00fcck verkommt. Spieler wiederum m\u00f6gen eine ansehnliche Sammlung an solchem Spielgeld, meist M\u00fcnzen, haben. Aber Organisatoren haben in meinem Umfeld kaum je viel Spielgeld in Reserve. Kommen jetzt aber <strong>knappe Reserven bei der Orga<\/strong> mit dem erw\u00e4hnten S\u00f6ldner \/ Opportunismus zusammen, entsteht manchmal eine merkw\u00fcrdige Kollektivmeinung: &#8220;<strong>Spielgeld darf gediebt werden<\/strong>&#8220;. Das <a href=\"http:\/\/www.larpwiki.de\/LarpGlossar#d\">larpwiki.de<\/a> beschreibt dieses &#8220;Dieben&#8221; folgendermassen: &#8220;<em>Diebereien (nicht mit Stehlen verwechseln) sind Aktionen, in denen ein Charakter einem anderen Charakter etwas entwendet. (&#8230;)&#8221;.\u00a0<\/em>Gemeint ist ein simulierter Diebstahl.<\/p>\n<p>Es geht nicht um einen gespielten Handel, bei dem eine &#8220;Ware&#8221; gegen &#8220;Spielgeld&#8221; den Besitzer wechselt, es geht um &#8220;Nehmen&#8221; von Material, <strong>das ein anderer Spieler mitgenommen hat<\/strong>. W\u00fcrde man parallel dazu dasselbe f\u00fcr alle sich im Spiel befindlichen Gegenst\u00e4nde annehmen, k\u00f6nnten Mitspieler ungeniert Kleider, Schaumstoffwaffen, R\u00fcstung und sonstiges Zubeh\u00f6r nehmen und benutzen. Nicht unbedingt im Sinne der Spieler, die besagte Gegenst\u00e4nde vor allem f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch mitgebracht haben. Es spitzt sich auch noch weiter zu, weil bei Spielgeld oftmals noch mitschwingt, dass es &#8220;behalten werden darf&#8221;. Legitimiert wird das durch die Spielregeln, das Regelwerk. Kurz und knapp: Die Orga regelt &#8220;Dieben&#8221; \u00fcber eine Spielregel, bei der die Spieler eine Spende auf Bedarf mitnehmen. Wenn niemand die M\u00fcnzen &#8220;diebt&#8221;, dann verbleiben sie beim Mitbringer, werden sie gediebt, <strong>werden sie zu einer Spende<\/strong>, die mit indirektem\u00a0Umweg \u00fcber die Orga einen neuen Besitzer hat.<br \/>\n<strong><br \/>\nDas ist bescheuert.<\/strong> Das Mitbringen von Ausr\u00fcstung an ein Liverollenspiel ist gesetzt, insofern man es f\u00fcr die Charakterdarstellung braucht. Es ist auch in Ordnung, die Spieler um Spenden zu bitten &#8211; die H\u00e4lfte der Schweizer Vereine bittet st\u00e4ndig um Spenden f\u00fcrs Buffet. Was aber nicht geht, ist das \u00fcber die Spielregeln zu arrangieren. Die Spielregeln (Das Regelwerk) sorgen f\u00fcr ein rundes Spiel und f\u00fcr gewisse Verhaltensweisen innerhalb des Spieles. Dabei geht es niemals um die Besitzverh\u00e4ltnisse ausserhalb des Spieles, oder das Verhalten dort, sondern explizit um das im Spiel. <strong>Es ist falsch<\/strong>, \u00fcber dieses Hintert\u00fcrchen &#8216;Regelwerk&#8217; das Eigentum der Spieler zu verschenken. Es ist alleine Sache eines Spielers &#8211; des Eigent\u00fcmers &#8211; seine M\u00fcnzen <strong>zu verschenken<\/strong>. Wof\u00fcr, steht ebenfalls dem Spieler frei: Ob das f\u00fcr einen dramaturgisch guten Raub\u00fcberfall, f\u00fcr eine sorgf\u00e4ltige Erpressung oder f\u00fcr ein W\u00fcrfelspiel ist, ist seine Sache. Sie aber als Spende auf Vorrat jedem, der sich daran bedienen will, mitbringen zu lassen ist weder dem Spiel (als Interaktion) noch den Investitionen der Spieler in dieses Spielgeld gerecht.<\/p>\n<p><strong>Was l\u00e4sst sich stattdessen tun?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kein Kindergarten!<\/strong> Spielgeld ist ein Ambientefaktor, mit dem man sich zwar Vorteile verschaffen kann, der aber auch nur der Interaktion dient und demzufolge immer als zus\u00e4tzlicher Spass wahrgenommen werden soll. Wenn bei einem Raub\u00fcberfall der Beraubte sogar das Spiel noch mit ein Paar M\u00fcnzen an die R\u00e4uber honoriert, ist alles richtig gelaufen. Leider bedingt das spendable Spieler und macht den Geldfluss von den Beschaffungsm\u00f6glichkeiten und dem Budget der Spieler abh\u00e4ngig.<\/li>\n<li><strong>Papiergeld nehmen<\/strong>. Der Schuldschein ist keine moderne Erfindung, die Aussage, ein St\u00fcck Papier sei Geld wert, ist nicht neu. Damit kann eine Orga bspw Vorlagen erstellen, digital zur Verf\u00fcgung stellen und hat somit eine Optik vereinheitlicht. Ausdrucken\/Zuschneiden f\u00e4llt wie &#8220;Kleider kaufen&#8221; oder &#8220;Schaumstoffwaffen besorgen&#8221; auf die Spieler zur\u00fcck (Samt ist teurer als Bomull, Hellebarden teurer als Keulen).<\/li>\n<li>M\u00fcnzen als Orga <strong>kaufen und den Spielern spendieren<\/strong>. Die Orga kauft, wie beim <a href=\"http:\/\/www.drachenfest.info\/\">Drachenfest<\/a>, M\u00fcnzen und verschenkt sie zu Spielbeginn zu gleichen Teilen an die Teilnehmer. <a href=\"http:\/\/www.riedhburg.ch\">Riedhburg<\/a>\u00a0hat, als Option, dabei auch schon mit einem M\u00fcnzschl\u00fcssel gearbeitet: Familienoberh\u00e4upter bekamen mehr, dominante Partner in einer gespielten Beziehung +5, Knechte und Mitglieder der \u00e4rmsten Familie nur 50%&#8230; (Auch das Ahoi hatte 2008 hatte eine solche Variante, die reichsten hatten zu Spielbeginn 80x mehr als die \u00c4rmsten).<\/li>\n<li>M\u00fcnzen als Orga kaufen, dem Spiel zur Verf\u00fcgung stellen und <strong>anschliessend wieder einsammeln<\/strong>. Wie mit Fundus &#8211; Waffen oder NSC-Wappenr\u00f6cken: Material das dem Ambiente des angestrebten Szenarios dient. Einmal angeschaffte M\u00fcnzen liessen sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit verwenden. Und es w\u00e4re bestimmt spannend, wenn man die Anzahl ausgegebener M\u00fcnzen mit dem R\u00fccklauf vergleicht&#8230;. Nachteil: Charaktere k\u00f6nnen das Geld nicht \u00fcber die Landesgrenzen bringen und es braucht einen Checkin, wenn man konsistentes Spiel w\u00fcnscht.<\/li>\n<li>&#8230;.ja, was denn noch? Kein Spielgeld ist keine Option. Viel zu viel Spass am Feilschen, Schachern, M\u00fcnzengucken und Draufbeissen und Anzweifeln geht verloren!<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zusammengefasst<\/strong>: Spielereigentum bleibt Spielereigentum. Auch das Charakterkonzept &#8220;Dieb&#8221; beinhaltet nicht, dass man sich dadurch das Recht an fremdem Eigentum holt. Keine Spende auf Bedarf, keine merkw\u00fcrdigen Regeln die sich einmischen. Mehr M\u00fcnzen als ambientef\u00f6rdernder Kleinkram, dazu ein paar wenige Gedanken der Orga dazu, um\u00a0einen f\u00fcr sich gangbaren Weg zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielereigentum bleibt Spielereigentum. Auch das Charakterkonzept &#8220;Dieb&#8221; beinhaltet nicht, dass man sich dadurch das Recht an fremdem Eigentum holt. 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