Bastelbericht: Kaftan und Eisen, Gugel und Buch

Ich habe, für das nächste Spiel vorbereitend, ein paar Zusätze gebastelt. Zum Ersten eine Gugel, mehr/minder nach Sjkoldehamn, aber mit einer Ziernaht und einer Augenperle an der Front. Leider ist die Gugel aus Strickloden, was zwar die Verarbeitung vereinfacht – aber leider halt auch gegen Regen weniger gut hält.

Der Kaftan ist nach der Vorlage aus dA, mit der ich schon öfters geliebäugelt habe, aber leider auch aus Strickloden. Damit er nicht total ausleiert, ist er mit Stoffresten verschiedenster Art gefüttert.

Kaftan, anthrazit

 

Kaftan von vorne
Weisse Gugel mit Perle

 

Weiterhin werde ich bald das erste Mal einen Heiler spielen. Dafür braucht man ordentliches Werkzeug, also habe ich mit meinem Bruder aus altem Gartenwerkzeug, unter Zuhilfenahme von viel Feuer und einem improvisierten Amboss, versucht ein Kautereisen und zwei Wundhaken zu „schmieden“. Es war viel Hämmern und braucht definitiv noch mehr Erfahrung, aber spassig war es trotzdem. Das Ergebnis ist gar nicht mal so schlecht. Die Griffe sind aus (Eschen-) Brennholzresten, die ich mit Epoxydharz angeklebt und mit Nägeln angenietet habe. Ob es hält, werde ich sehen.

 

Eisen & Haken

Und weil heute der Tag der schönen Dinge ist: Auf dem Epic Empires habe ich bei einem Händler aus dem Norrelag für 25 Silbermünzen eine Kette eingetauscht. Ich bin furchtbar stolz darauf:

Kette Silberdraht

Und zu guter Letzt: Ich habe, mit Unterstützung meiner Freundin, ein Buch gebastelt. Aus normalem, 80g/m-Papier, das ich mit Tee gefärbt habe und aus Leder das ich auf dem DF von einem Ungarn gekauft habe. Es sind doch mehr Arbeitsschritte, als ich zu Beginn gedacht habe und das Überziehen des Buchrückens mit Leder war… spannend. Es fühlte sich immer wieder nach „im Dunkeln umhertasten“ an.

Buch, selbstgemacht
Buch, Seite/Bindung
Buch, aufgeschlagen

Derzeit bin ich das Buch am füllen – mit Elder Futhark und Anleitungen zum Zaubern. Auch das macht Arbeit, aber das Schreiben ist sehr entspannend – nach ein paar Seiten gehen die Runen doch recht zügig voran.

Löffelschnitzerei

Löffel, unmodifiziert
In den letzten beiden Wochenenden habe ich mich erstmals an Schnitzereien an Löffeln versucht. Bei uns zu Hause lagen zwei Löffel rum, einen habe ich irgendwo gefunden, der andere ist von meiner Freundin. Ich kenne die Vorlage nicht und habe deshalb die originalen Modelle nirgends zuordnen können: Für mich war das ein Freischein für Basteleien. Zumal die Form auch fürs Essen kaum getaugt hat, mit diesem komischen Haken…

Das Ursprungsmodell ist wahrscheinlich das rechts im Bild, es kann m.W. bei Melbars Tröpfelhandel oder bei Ascarius bezogen werden. Im Originalzustand sieht er stark nach maschineller Anfertigung aus, daher habe ich als erstes die Form angepasst und anschliessend ein Muster in den Griff eingeschnitten.

Löffel, Form angepasst
Löffel, mit Schnitzerei
Löffel, mit Schnitzerei für meine Freundin

Ich bin ziemlich zufrieden, den meisten Aufwand machte leider das Nachschärfen der Schnitzwerkzeuge.

Rushose II – Schnittmuster und Nähhinweise

Vor fast zwei Jahren habe ich eine Rushose genäht, die seither für meine Wikingercharaktere und den Wolkowen gute Dienste leistet. Vorletzte Woche habe ich ein Stück feine graue Wolle (150cm x 180cm) aus meinem Schrank genommen mit der festen Idee eine neue solche Hose zu nähen. Schliesslich – so meinte ich mich zu entsinnen – kann ich einfach ein Schnittmuster zücken und „dasselbe in grau“ durchführen. Tja, das ging schief. Denn meine ursprüngliche Schnittzeichnung war für nichts gut – einfach nicht mehr gleich umsetzbar. Deshalb habe ich hier eine neue Schnittzeichnung und diesmal auch ein Schnittmuster. Diese Hose passt mir wunderbar. Zuerst das Schnittmuster:

 

Rushose Schnittmuster
Rushose Schnittmuster

Teile:

  • Bund: Ein Band, 104cm x 8cm
  • Gurtschlaufe: 6 Stück, ~5cm x 8cm
  • Einsatz: Ein gleichschenkliges Trapez, Grundlinie 17cm, nach oben auf 13cm verjüngt, bei einer Höhe von 12cm
  • Einsatz: Ein gleichschenkliges Trapez, Grundlinie 9cm, nach oben auf 4cm verjüngt, bei einer Höhe von 59cm. Das Ding ist hier auf dem Kopf gezeichnet, weil die beiden Trapeze so zusammengenäht werden.
  • Wadenröhre: Zwei Stück, Rechteck von 33cm x 42cm.
  • Bein: Zwei Stück – hier fehlt die Breite, die bei mir ~ 140cm war: Schliesslich soll es eine weite, pludernde Hose werden. Entsprechend wäre die Breite am Bund oben, ~140cm – 21.5cm und unten die vollen 140cm.

Nähen / Erklärungen:

Rushose Schnittmuster
  • Grün: Beide grünen Kanten ergeben zusammen in der Länge die blaue Kante
  • Rot: Beide Kanten müssen gleichlang sein. Ergibt sich durch das Messen vom Bauchnabel zum Steissbein.
  • Schwarz: Alle Kanten gemeinsam ergeben den Bauchumfang. Achtung, es sind insgesamt drei Kanten und die längste beim Beinteil zählt zweimal.
  • Violett: Alle drei Kanten sind gleichlang – sowohl der schmale Teil am Hosenbein als auch die beiden Stücke am mittleren Teil.
Graue Rushose Detail Faltenwurf
Graue Rushose Detail Beinröhre
Graue Rushose Nahtzugaben

Reihenfolge: Der lange/schmale Einsatz wird bei beiden Hosenbeinen in die rote Kurve eingenäht. Danach wird der kurze/breite Einsatz angesetzt: Die beiden Ecken an denen Grün&Violett aneinanderstossen, werden aneinander genäht. Zum Schluss wird die grüne (jetzt verlängerte) Linie an die blaue genäht. Damit ist der komplexe Teil durch. Oben werden die Hosenbeine an den Bund angefaltet und unten die Hosenbeine an die Wadenröhren. Wie die Hose sich aufbaut, zeigt der Vidforli-Blog ganz gut mit einem Papiermuster. Alle Nahtzugaben sind, damit sich allfällige Belastung schön verteilt und damit der Faltenwurf sich schön entwickeln kann, auf der Innenseite flachgenäht.

 


Fertig sieht es dann so aus:

Graue Rushose Front
Graue Rushose Rückansicht

Und, weil ich so stolz bin: Aus einem Stück, das 150×180 hatte, sind das die einzigen Reste, die noch über sind:

Graue Rushose: Reste

Neue Hose!

Einige Jahre ist es her, da hat mich ein gewisser JHM aus Basel gezwungen, Wikinger-Sachen herzustellen. Ein wunderbares Teamprojekt, nur mein Teamkollege aus Basel ist noch nicht ganz fertig. Ich habe damals Reste aus dem Schrank gezogen und mir „Wikinger“ genäht:

Frekke Jorundson
Wikinger-Klamotte

  • Aus einer alten Wolldecke aus dem Brockiland eine Tunika.
  • Aus einem Stück gefärbten leinernen Tischtuch eine Untertunika.
  • Aus Wollstoffresten die Mütze
  • ein Streifen Halstuch aus dem claro (20.- / 2qm)als seidenen Mützenbesatz
  • Lederrest vom Flohmarkt für ein Paar Haithabu-Schuhe. Der einfachste Typ, ich hatte ja keine Ahnung damals.
  • Ein altes Fell aus der Orkkiste als Fellbesatz auf der Mütze.
  • Und für ’n Zehner Stofffarbe um ein weiteres Leintuch gefärbt als Hose zu vernähen.

Ich war schon lange neidisch auf diese breiten Hosen, die man da anhaben kann: So stellte ich mir das immer vor.

Naja. Die Schuhe habe ich verschenkt, an ein Mitglied der Beringar, neue wurden genäht und sind besch… eiden. Die Gugel, deren ich zwei besitze, fällt irgendwie weg. Der Fellbesatz an der Mütze muss ersetzt werden, er wurde steif und rissig. Die Tunika ist zu farbig im Vergleich zu meinen Mitspielern und wurde durch eine grüne, unauffälligere ersetzt.

Schnittzeichnung Hose
Schnittzeichnung Hose

Und vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass Wolkowien nicht verloren sei. Und den dortigen Stoff habe ich mittlerweile zu einer Hose vernäht, die prinzipiell „nach Thorsberg“ funktioniert, aber auch als wolkowische Hose gute Dienste leistet. Über das Schnittmuster lässt sich wunderbar streiten, die Vorlage und die Verwendung für Skandinavier irgendwo Ende Eisenzeit… ich wollte einfach das Muster mal ausprobieren.

Herausgekommen ist diese wunderschöne, walnussbraune Hose. Alle Nahtzugaben sind auf der Innenseite flachgenäht, alle Stoffreste sind verwendet – ich habe etwas „zusammengesetzt“, damit die Hose voluminöser wird. Verwendet habe ich eine selbergekritzelte Vorlage.

Hose nussbraun
Hose nussbraun
Hose nussbraun II
Hose nussbraun II
Hose nussbraun III
Hose nussbraun III

Spielbericht: Cendarataverne 1

Beschrieb aus dem larpkalender.ch:
Der Blaue Troll.
Die Taverne zum Blauen Troll im Schattenbachtal, dem Stammesland des Sinfath-Ordens, wird schon seit jeher von der Familie Ley bewirtet.
Ihr Ruf ist hervorragend und die Gäste zahlreich. Orgulus Ley ist zur Zeit der Inhaber der Taverne und er sorgt dafür, dass keine Kehle trocken bleibt und niemand hungern muss… natürlich nur solange die Bezahlung stimmt. Gelegentlich kommt es vor, dass der sanfte Riese Orgulus nicht mehr ganz so sanft ist zu eben genau solchen Gaunern die versuchen ihn übers Ohr zu hauen.
Die Taverne ist in ganz Cendara bekannt und nebst den übrigen Gästen, finden sich gelegentlich auch hohe Persönlichkeiten aus Cendara ein, um einfach mal den Abend zu geniessen oder um die Gesellschaft des Volkes zu suchen.
Ebenso werden gelegentlich auch Gespräche im separaten Kellerraum geführt. Für diesen Zweck hat Orgulus immer den Kamin eingeheizt und die Kerzen bereitgestellt.
Könnte es sein, dass dieser Abend wieder einige interessante Persönlichkeiten in die Taverne lockt?

DerBote (Seite 1)
DerBote (Seite 1)

Idee dahinter ist/sei grösstenteils einen IT-Stammtisch zu erschaffen, an dem man sich in und über Cendara austauschen kann. Auffälligstes Zeichen in diese Richtung war ein vor Ort verkauftes Exemplar des „Boten“. Location: Das Naturfreundehaus Dürrenäsch. Mehrere Kellerräume, eine grosse – unbenutze – Feuerstelle draussen und eine annehmbare Optik. Leider auch ein Ausblick über Dürrenäsch. Für eine Taverne die grösstenteils im Dunkeln stattfand aber eine sehr gute Wahl. Der Massenschlag mit achtzehn Betten war mir zu eng. Da gibt es einfach zuwenig Stauraum für Gepäck und da gibt es einfach zu wenig breite Schlafstellen. Spielerschaft war typisch cendarisch: Zwischen hart historisierend und detailreich bis zu gekauftem schwarzen Leder. Von Ljubis ersten selbergenähten Schuhen bis zu wintertauglich geschnürrten (unauffälligen) OT-Stiefeln. Besonders hübsch fand ich ein Grüppchen keltisch-antiker Charaktere, der grösste Teil der Spieler war aber durchschnittlich ausgerüstet. Ablauf war, für eine Taverne nicht überraschend, simpel: Anreise, etwas konsumieren, etwas mit Leuten plaudern und schlafen gehen. Ah, Halt! Da war Plot. Es kamen zwei Knechte/Soldaten aus Dragonien vorbei, gerüstet und bewaffnet und mit einem Gefangenen. Der arme Kerl lief barfuss durch den Schnee, nur ein Hemdchen und einen Strick um den Hals. Auf Nachfragen bei Leuten die aus Cendara sind, hiess es das sei durchaus normal – schliesslich liege Dragonien gleich nordöstlich vom Schattenbachtal. Später kamen zwei „Ritter des zerbrochenen Schwertes“ vorbei, einer in Cendara ansässigen Chaos-Bruderschaft. Diese hatten schon mehrfach Auftritte an Cendara-Cons. Sämtlicher Kontakt mit ebendiesen war allerdings auf einige wenige Spieler beschränkt. Ich hatte den Eindruck dass viele andere Charaktere keine Ahnung von Quaron/Chaos hatten. Und sich, ganz im cendara-multikulturellen Kontext, auch nicht besonders darum scherten. Das sie deswegen nur Zuschauer sind, ist klar – trotzdem könnte man an solcher Stelle auf halbgare OT-Witzeleien im Hintergrund verzichten. Nach allem was ich sah lief die Szene um die Chaosritter aber vor allem zwischen den Charakteren Oranus, Victor Andarion und ihnen selber ab – auch mit dabeistehen und mithören kam ich nicht mit rein. Ich habe dann auch einfach die Befehle, die mir der Mann in rotschwarz zubrüllte, ignoriert. Auch die Versuche, seine Verletzung von Haelga zu behandeln lassen, misslangen. Ich vermute, ich habe mich einfach zuwenig reingehängt. Viel mehr lief auch nicht, allenfalls etwas, was ich nicht mitbekam. Fazit Plot: Eher flau, es gab was, schien aber auf bestimmte Leute zu passen.

DerBote (Seite 2)
DerBote (Seite 2)
DerBote (Seite 3)
DerBote (Seite 3)































Zu einem erfreulichen Teil: Essen! Bekanntermassen kann gutes Essen ein Spiel vor dem Totalverriss retten und eine zu späte, oder zu wässrige Suppe alles endgültig vermiesen. Es gab zwei Suppen zur Auswahl, beide vegetarisch zubereitet und auf Wunsch mit Würstchen verfügbar. Knabberkram stand auch herum. Für den Preis absolut in Ordnung, mehr als ich erwartet habe. (15 SFr ohne Übernachtung) Kommen wir zu einem nicht ganz so prallen Punkt, dem Trinken. Wenn man keinen (Honig-) Wein trank, war man benachteiligt. Eine Sorte Bier und dann auch noch ein einfaches „Lager Hell“ aus der Büchse abgefüllt? Auch der Tee, auf den ich zwischendrinnen umstieg, war – gewöhnungsbedürftig. Hat mich so leicht an den in Klassen- und Sommerlagern ausgeschenkten Hagenbutte errinert, den, den man lieber gegen ein Glas Wasser tauschte. Frühstück hingegen war wieder toll. Ich habe zwar schwarzen Tee vermisst, finde aber das Kaffee wohl mehr Leuten schmeckt und deshalb wichtiger ist. Rührei, Brot, Sachen für drauf. Was will man mehr? Leberl mit Zwiebel will ja auch nicht jeder…

Fazit & Konstruktives

Pluspunkte:
– Bediente Taverne, Schankknechte/mägde die leere Becher am Tisch holen und durch volle ersetzen.
– Günstiges Essen, gutes Essen. Günstiges Spiel sowieso
– Das Haus. Passend, rustikal
– Zeitungsverkauf. Verkaufen ist cooler

Minuspunkte (Und Verbesserungsvorschläge):
– Ohne entsprechende Aufhänger/Elemente fallen viele Leute OT.
– Die Ritter des zerbrochenen Schwertes. Zu unbekannt? (Evt mit mehr Vorwissen, evt. wäre das mit mehr verfügbarem Cendarawissen online besser)
– Freundschaftlicher Wirt. „Wir sehen nachher mit dem Preis“. Das hat was von „alles-sind-wir-freunde“, dem Tod jedes Cons. Ich will einen Preis, ich will feilschen oder nicht. Aber kein „Je nachdem was ihr esst kosten euch die Betten weniger…“
– Getränkeauswahl
– Nutzung der Tavernenräume

Zu den beiden letzen Punkten kann ich Ideen bieten: Getränkeauswahl lässt sich simpel ändern. Entweder man besorgt sich gemischte Harrassen im Getränkemarkt. Drei Kästen Helles, einer Amber, einer Schwarzbier. Wenn es kein Schwarzbier mehr hat – dann hat es keines mehr. Aber die Auswahl freut. Oder man sucht eine Kleinbrauerei in der Gegend, spontan habe ich „LUBB“ und Erusbacher gefunden. Meine Riedhburgerfahrung sagt mir, dass man dort allenfalls sogar Zapfanlagen geliehen bekommt. Wenn natürlich die Mehrheit der Anwesenden kein Bier trinkt, dann spielt das keine Rolle. Ich empfehle auch spontan, nebst dem Tee vielleicht auch einen 5-Liter-Ballon Süssmost zu haben. Vielleicht wäre es auch nett, wenn man sich Drucketiketten macht, um es auf Metflaschen zu klatschen?

Nutzung der Räume: Die Grundidee ist gut, dass man ein „Separée“ im Keller hat. (Was ich da am Sonntag geputzt habe, ist aber weniger hübsch). Aber man könnte es gezielter Nutzen. Vorschlag: Ab 19 Uhr einen Pokertisch. Jeder kann mitmachen. Und ab 22 Uhr eine teure Runde – Einstiegsgeld sind ~40 Silbermünzen. Sieben Plätze. Vier davon werden im Vorfeld (Durchaus auch OT) an Spieler vergeben, wird angefragt, undsoweiter. Drei sind frei. Dann steht es den Spielern frei, sich zusammenzuschliessen um eine weitere Person gemeinsam in diese Runde zu finanzieren, frei nach dem Film von Guy Ritchie. In den Vorraum könnte man zwei Tikonier und einen Haufen Teppiche legen, dazu eine Wasserpfeife und ein halbes Kilo Datteln.

Das alles aber eher so spontan. Wenn sich das wiederholt, diese Taverne, dann kann ich mir vorstellen, dahinzufahren. Hängt aber vor allem davon ab, ob ich bis zur Anmeldemöglichkeit am entsprechenden Datum nichts Anderes vorhabe.

Spielbericht: Eburswin 1

Wie das gedacht ist: Eburswin ist eine Kampagne die etwa einmal pro Monat gespielt wird. Es sind Abenteuer die zusammenhängend, aber auch als einzelne Abenteuer bespielt werden können. Gespielt wird meist an einem Samstag, in Ausnahmefällen finden zwei oder dreitägige Kapitel statt. Die Austragungsorte sind meist im Berner See- bis Mittelland.

Und wie es sich In-Time präsentiert: Aufbruchstimmung herscht in Eburswin. Die Blattwende, der Übergang des zweiten Eichblatts in die Zeitrechnung des dritten, fand vor einem Monat statt. Traditionell lädt das Hügelkloster zum grossen Fest und Markt auf ihren Ländereien. Adel, Händler, Geistliche, Gesindel und Abenteurer sind auf dem Weg, um gemeinsam den Start in eine bessere Zukunft zu Feiern…

Über Bekannte informiert, habe ich mich angemeldet. Schliesslich stand das Spiel nicht im larpkalender.ch. Als Charakter habe ich meinen neusten Liebling genommen: Frekke Jorrundson, der schliesslich der klassische Abenteurer ist. Dann ging es Samstagmorgens gegen halb Zehn auf den Zug, bereits verkleidet und gerüstet.

Abenteurer
Abenteurer im natürlichen Lebensraum

Die Location lag einfach im Wald. Es hätte jeder Wald sein können, aber es war in diesem Fall IT der Unterholzwald in Eburswin, was nördlich von Krähenhorst liegt. Beides liegt im Umfeld der Schattenlande, welche wiederum von Cendara erreichbar sind. (Aber was solls, spielt ja im Endeffekt kaum je eine Rolle). Unterkunft: In diesem Fall keine, aber der Plot bot so etwas Ähnliches: Einen Knast. Aber mal von Anfang an. Am Bahnhof wurden wir abgeholt und danach um ein gemütliches Feuer am Waldrand gesetzt. Es gab Kaffee und einige Regeln wurden erläutert. „Looten“, also Plündern ist auf graue, extra genähte Beutel und alles aus Papier beschränkt. Charaktere sterben nur durch klar angesagten Todesstoss. Ein einfaches Tor zeigt an, ab wann man IT/OT ist, was dynamisches Anfangen/Beenden ermöglicht. Neben dem Tor ist eine Kiste, da gehören alle plotrelevanten Sachen am Ende rein. Beim nächsten Kapitel kriegt jeder wieder, was er reingelegt hat – es sei denn, er/sie fehlt. Dann bleiben die Artefakte verfügbar für die Spielergruppe.

orkischer Knast
orkischer Knast

Ablauf: Dann gings auch schon los. Einzeln wurden wir durch das Tor geschickt, danach folgte man Wegweisern. Ein verletzer Wandersmann unterwegs entpuppte sich als Falle (Es war der Kopfgeldjäger Ebruin mit seinen orkischen Schergen), und durch die gestaffelte Anreise der Spieler wanderten alle nacheinander in den orkischen Knast. Da ich – Frekke – besonders freundlich zum Ebruin war, bekam er einen orkischen Heiltrank, der seine Beinwunde kurierte. Das Gefängnis war sorgfältig aus Bruchholz zusammengebaut, inklusive Tür. Drinnen gab es knapp Platz, aber ein Feuer, Sitzbänkchen und die Möglichkeit Tee zu kochen. Also sozusagen ein Bilderbuch-Spielgefängnis. Ein Bote aus Krähenhorst, der den Orks vor dem Gefängnis entwischte, warf einen Brief zu den Spielern hinein, und als er verfolgt wurde, entkamen wir schon fast klassisch – Schlüssel angeln während die verbliebene Wärterin magisch Schlafen geschickt wurde. Durch den Brief des Boten und im Orklager gefundenen Dokumenten ergab sich, dass die Orks zwanzig Seelen für eine „Unternehmung“ brauchen – mehr haben wir bis am Schluss nicht herausgefunden. Eine zweite, ebenfalls den Dokumenten entspringende Spur waren die Hinweise auf die Umstände des Todes des alten Grafen von Eburswin – aber die genannten Orte waren einfach nicht in der Nähe.

Bote aus Krähenhorst
Bote aus Krähenhorst

Die dritte, ebenfalls den Dokumenten entnommen Spur wurde dann auf Druck des Zauberlehrlings unserer Gruppe aufgenommen. Leichtes Geplänkel mit Ebruin und seinen Orks folgte, und Ebruin wurde gefangen. Nach viel Gewalt führte er uns zuerst zu einer Leiche und dann zur gesuchten magischen Kugel. Da war leider viel railroading des Zauberlehrlings mit dabei – es fehlte etwas an Informationen über diese Kugel. Dass die Spielerschaft teilweise der Magie an sich abweisend gegenüberstand oder das Ziel – die Reise zum Hügelkloster – nicht aus den Augen verlor, fühlte es sich etwas gezwungen an.


Fazit: Kurz, Anfangs knackig und in der Mitte etwas wanderlastig, aber am Schluss doch ganz in Ordnung. Der Ausblick ist gross – Weitere magische Kugeln, der mysteriöse Tod des alten Grafen, Orks und ihre Unternehmung in der eigentlich friedlichen Grafschaft. Dazu das Kräuterbuch, das Frekke gefunden hat und eine Anleitung für eine Destille (Sagte der Zauberlehrling). Achja, nicht zu vergessen ist ein Fest im Hügelkloster.

Kritikpunkte:
– Die Todesstossregel. So etwas braucht es meiner Meinung nach nicht, es säbelt zuviel Spieloptionen ab. Wenn Unterlegene nicht einsehen dass sie es sind und vom Boden aus weitermachen, dann kann ich sie auch auslachen. Wenn Spielercharaktere aus dem Spiel müssen, dann gibt es bessere Methoden. Und wenn das Spiel „hart“ und „real“ sein soll, dann kicke man zuerst andere Sachen raus. Sich bedroht fühlen ist nämlich Sache der Spieler, nicht Aufgabe der Orga.
– Die mangelnden Regeln an und für sich. Es wäre schön, wenn einige der Sachen, die „ja eh alle wissen“, auch notiert zu haben. Beispiele: Wie zeigt man sich OT an? Gekreuzte Arme. Darf man auf Köpfe schlagen? Nein. Spielsprache ist Hochdeutsch? Vielleicht. Für Magiedarstellung ist Sand nötig? Woher wissen? (dazu reicht ja eigentlich ein pdf auf der Website, eine A4-Seite mit „Magie in Eburswin – Anwender und Getroffene.“). Alchemie ist es dasselbe.
– Die „Hall of Fame“ – Idee der Homepage gefällt mir ziemlich gut. Die werde ich kopieren, sogut gefällt sie mir.
– Das Tor und die Kiste für IT/OT. Irgendwie niedlich und ich sehe gut, wozu das nötig sein wird. Gefällt.
– Das Gefängnis, welches OT-Komfort bietet. Wie schon gesagt, Bilderbuchmässig. So muss das sein. Ebenfalls super fand ich es, dass man sich so im Spiel erst einmal begegnen konnte.
– Die Auslegung des Ganzen auf eine Kampagne. Ich sähe da gerne noch ein Forum auf der Homepage, für Diskussionen.

Bilder dazu sind auf der Homepage von Eburswin und auf meiner Galerie hochgeschaltet.