Schnittmuster Kaftan

Wie vor ein paar Tagen schon aufgezeigt, besitze ich einen neuen Kaftan. Hier ist noch das dazugehörige Schnittmuster (Für volle Grösse sollte man es anklicken):

 

Links unten, grün beschriftet: Ärmel. Sie sind mit 68cm eher Überlänge und und gehen mir bis zur Mitte des Handrückens. Zweimal zuschneiden. 

Links oben, gelb beschriftet: Kleinkram: 7x7cm ist der Spickel für unter dem Arm. 12x2cm sind die Riegel, ich habe vierzehn Stück verwendet. Und das krumme Teil oberhalb ist die Hälfte des symetrischen Kragens (Bruch ist die mit „5cm“ bemasste Kante oben). Er liegt mit Absicht auf der grünen Zuschneide-Matte, denn diese hat ein 1x1cm-Raster. Er sollte mit etwas Zoom nachzuzeichnen sein.

Rechts, mit hellblau beschriftet: Front und Rücken. Ich schneide dieses Stück zweimal für die Front zu, dazu einmal auf den Bruch (Im Bild: Kante links) gelegt für den Rücken. Der Ausschnitt, links oben, ist auf dem Schnittmusterpapier für den Rücken ausgeschnitten, rund 2cm tief und je Seite 9cm breit. Bei den beiden Frontstücken ist die violette Bemassung (7cm) zu verwenden – die ist auf dem Papier mit einer schwarzen Linie eingezeichnet. Die Schulternaht (Im Bild die Kante rechts vom Kragen) ist vom Hals bis zur Schulter um 2cm schief, ebenso ist der Ärmelansatz der dort beginnt um 2cm schief bis unter die Achsel.

Mein Modell ist aus schwarzem Strickloden, Front und Rücken sind mit Wollstoffresten gefüttert. Die Ärmel sind ungefüttert. Ich habe jeweils Aussenstoff und Futter gemeinsam vernäht und die Nahtzugaben anschliessend flach gebügelt und angeheftet.

Kaftan von vorne

Heldengeschichten 6 – Terrakottasoldaten

Die HG-Orga schreibt:

  • Rüstung: Laminar, Brigantine, Schuppenpanzer, Gusoku (Samurai-Rüstung) in Brauntönen/Dunkel.
  • Kleidung: IT Gewandung in Brauntönen
  • Kopfbedeckung: Turban mit Maske oder geschlossener Helm (Gesicht bedeckt)

Weil dabei ein hübsches Bildchen von den Terrakotta-Kriegern als Vorlage dabei war, habe ich mich da etwas vertieft. Zum einen habe ich eine Pinterest-Pinwand angelegt (Das hilft immer. Wirklich!), zum anderen das im Haushalt vorhandene Buch „Qin – Der unsterbliche Kaiser und seine Terrakottakrieger“ zu Rate gezogen. Das Ziel war ein solcher „Rock“ / „Kaftan“, wie ihn diese Terrakottasoldaten tragen. Dabei sind ein paar Details wichtig:

 

Terrakotta - Details
Terrakotta – Details
  • Rot: Ich sehe keine Falten, obschon einige eher breitbeinig dastehen. Da ansonsten Stofffalten modelliert sind, hat es vermutlich keinen Faltenwurf im Rockteil, von der Hüfte an abwärts.
  • Braun (Linie: Übereinander geklappte Front.
  • Grün: Da verschwindet der Überschlag des Frontstückes zum Rücken. Weil der Kerl ein Bäuchlein hat (Ein MUSS, laut dem oben genannten Buch, das ist modisch – schön – attraktiv) vermute ich den Punkt ungefähr unterhalb des Rippenbogens.
  • Blau: Da wiederum sind Stofffalten zu sehen. Ich vermute, die Ärmel haben Überlänge.
  • Violett: Vermutlich sichtbar ist der Überschlag vom Frontstück. Ich vermute, dass die Schräge, die über die Brust verläuft, da abrupt endet und mehr oder weniger vertikal nach unten geht. Auf jeden Fall wird sie aber ganz nach hinten geschlagen.

Weiterhin gibt es beim grünen Kreis möglicherweise eine Art Verschluss, Bändel oder so etwas. Ich habe keine angenäht und bisher war es kein Problem. Daraus ergab sich ungefähr die folgende Schnittzeichnung. Dabei braucht es entweder die grünen oder die roten Keile, ob angeschnitten oder angenäht spielt hingegen keine Rolle:

Schnittzeichnung Kaftan

Daher ich, nicht wie geplant, grosszügig aus einer Wolldecke schneidern konnte, gab es ein bisschen Stückwerk mit plus-minus diesem Schnittmuster – die Masse sind für mich, aber ungefähr steht, was wo gemessen wurde.

Kaftan - Schnittmuster Terrakotta-Warriors
Kaftan – Schnittmuster Terrakotta-Soldaten

Nach einigem Gebastel schlich sich aber auch die Möglichkeit ein, dass der Kaftan eigentlich ganz anders gemacht wäre – und zwar ungefähr so:

Kaftan-Terrakotta2-Variante
Kaftan – Schnittmuster Terrakotta-Soldaten / Variante einfach

Dafür spricht, dass die Ärmel mit Überlänge natürlich das Viereck unter dem Arm / in der Achsel nicht brauchen. Auch der knappe Faltenwurf ist erklärbar. Und es würde sich viel besser mit dem schnellen Verarbeiten einer einzigen Stoffbahn erklären lassen, ebenso mit dem auffälligen Ende, das sich bei der violetten Markierung zeigt: Dort wäre einfach das Ende / der Anfang der Stoffbahn.

Fertig sieht es bei mir, mitsamt einem Turban aus Bomull und einem alten gestrickten Schal als Gürtel so aus:

NSC Ausrüstung Heldengeschichten
NSC Ausrüstung Heldengeschichten

Neue Hose!

Einige Jahre ist es her, da hat mich ein gewisser JHM aus Basel gezwungen, Wikinger-Sachen herzustellen. Ein wunderbares Teamprojekt, nur mein Teamkollege aus Basel ist noch nicht ganz fertig. Ich habe damals Reste aus dem Schrank gezogen und mir „Wikinger“ genäht:

Frekke Jorundson
Wikinger-Klamotte

  • Aus einer alten Wolldecke aus dem Brockiland eine Tunika.
  • Aus einem Stück gefärbten leinernen Tischtuch eine Untertunika.
  • Aus Wollstoffresten die Mütze
  • ein Streifen Halstuch aus dem claro (20.- / 2qm)als seidenen Mützenbesatz
  • Lederrest vom Flohmarkt für ein Paar Haithabu-Schuhe. Der einfachste Typ, ich hatte ja keine Ahnung damals.
  • Ein altes Fell aus der Orkkiste als Fellbesatz auf der Mütze.
  • Und für ’n Zehner Stofffarbe um ein weiteres Leintuch gefärbt als Hose zu vernähen.

Ich war schon lange neidisch auf diese breiten Hosen, die man da anhaben kann: So stellte ich mir das immer vor.

Naja. Die Schuhe habe ich verschenkt, an ein Mitglied der Beringar, neue wurden genäht und sind besch… eiden. Die Gugel, deren ich zwei besitze, fällt irgendwie weg. Der Fellbesatz an der Mütze muss ersetzt werden, er wurde steif und rissig. Die Tunika ist zu farbig im Vergleich zu meinen Mitspielern und wurde durch eine grüne, unauffälligere ersetzt.

Schnittzeichnung Hose
Schnittzeichnung Hose

Und vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass Wolkowien nicht verloren sei. Und den dortigen Stoff habe ich mittlerweile zu einer Hose vernäht, die prinzipiell „nach Thorsberg“ funktioniert, aber auch als wolkowische Hose gute Dienste leistet. Über das Schnittmuster lässt sich wunderbar streiten, die Vorlage und die Verwendung für Skandinavier irgendwo Ende Eisenzeit… ich wollte einfach das Muster mal ausprobieren.

Herausgekommen ist diese wunderschöne, walnussbraune Hose. Alle Nahtzugaben sind auf der Innenseite flachgenäht, alle Stoffreste sind verwendet – ich habe etwas „zusammengesetzt“, damit die Hose voluminöser wird. Verwendet habe ich eine selbergekritzelte Vorlage.

Hose nussbraun
Hose nussbraun
Hose nussbraun II
Hose nussbraun II
Hose nussbraun III
Hose nussbraun III

Landsknechte! Anleitungen & Links!

Nie ganz aus der Mode, die Anleitungen der Lapping – Rotte!

  • Wabenkragen, eine Anleitung von dax.
  • Kappe, eine optische Annäherung.
  • Landsknechtshose, mit etwas weitem Ausschnitt für die Schamkapsel und mit dem mangelnden Hinweis: Der Schritt der Hose am Schritt anliegen lassen schadet nicht! Eine Abwandlung oder auch Auslegung der „Alpirsbacher Hose“. Auf jeden Fall wird diese Hose bis ungefähr zum Bauchnabel hochgezogen.
  • Vom Barette schwankt die Feder. Passt, eine mögliche Herstellungsvariante. Bisher habe ich zur Stabilisierung im Liverollenspiel auch Holzlatten, Aluschienen, verleimten Filz und verleimte Wolle, gestepptes Leinen und Karton gesehen. Ahja, und eine Variante mit epoxygebundener Glasfasermatte und vom Grilly die Krempe eines Strohhutes. Hauptsache steif!
  • Hemd mit Wabenkragen, eine Anleitung von dax. Man beachte, dass sie zwar eine Konfektionsgrösse und Masse reinschreibt, aber diese auch wieder relativiert. Ich selber habe immer ein 10-20cm langes „Teststück“ gesmokt (So heisst die Technik des Wabenkragens), um anhanden dieses Masses dann die endgültigen Hemdmasse festzulegen.
  • Wams, welches zur Hose passt. Beides wird aneinander genestelt. Hier hat das Wams eine „Klappe“, doch auch V-Ausschnitt oder Ähnliches ist möglich. Auch ist es machbar, das Wams an der Taille etwas enger als den eigenen Körper zu machen. Irgendwoher muss ja der Bauch zur Sanduhr gemacht werden.
  • Zerhauen und geschlitzt – eine Anleitung für die ersten Schritte.

Weitere Anleitungen!

Dazu einige sonstige Links:

Und noch meine beiden Schuh-Einkaufsquellen

  • Bohemund Shoes, von dem ich meine ersten Kuhmäuler hatte. Blitzschnell geliefert, und stabil bis heute. Tendenziell eine Nummer grösser bestellen – gerade bei breiten eigenen Latschen.
  • Graziano, italienischer Schuhhersteller. Laut einem Bekannten ~100€ für passende Schuhe.
  • Tudorturnschuhe

Schnittmuster: „Short Coat“

Short-Coat für "SuL"

Auf Wunsch hin, das exakte Schnittmuster, was ich für meinen „Short Coat“ am „Sold und Leben“benutzt habe. Er trägt sich relativ eng, und ist nach meinen eigenen Massen angefertigt. Er geht von Schulter bis Mitte Oberschenkel und hat lange Ärmel. Ich habe dazu folgende Masse verwendet, und dabei immer eng am Körper (bzw, am Unterhemd) gemessen:

Dann hat es auf der Zeichnung einige Dinge. Zum Beispiel die gestrichelten Linien am Schulterbereich. Das ist die Zugabe, die ich für die leicht vorstehenden Schultern gelassen habe. Kann man einfachhalber weglassen. Die gestrichelte Linie an der Front ist die Knopfzugabe – je nach Grösse ebendieser kann die mehr oder weniger sein. Daher die Knöpfe in die Mitte sollten, muss man es bei beiden Frontteilen dazugeben.

Schnittmuster "Short Coat"

Das linierte Papier ist im 5x5mm-Raster, ich habe im Massstab 1:10 gezeichnet. Links ist das Rückenteil, rechts das Frontteil. Oben, der schmale Bogen ist der Kragen. Seine gestrichelte Linie zu benutzen ergibt, dass er gegen vorne am Hals beinahe aufhört. Angenäht an den Halsausschnitt des Coats wird er mit der Aussenseite des Bogens. (Ich selber – Bild – habe ihn nach vorne schmaler werden lassen)

Unten der Ärmel. Ich habe auf eine schönere Armkugel aus bequemlichkeit verzichtet. Die Armnaht wird an der Schulter unten angenäht. Gerade, als Trapez geschnitten ist möglich. Doch die leichte Rundung auf den letzen 15cm macht es etwas einfacher.

Front- und Rückenteil – die habe ich bis zur Bauchhöhe (Bauchumfang) offengelassen, das ist in etwa Höhe Bauchnabel.

Etwas wirr, aber hoffentlich verständlich. Lässt man die gestrichtelten Bereiche an der Schulter und den Kragen weg, hat man ein brauchbares Schnittmuster. Allerdings aufgepasst: Die „historische“ Optik an diesem Kleidungsstück kommt von den Handnähten und den Stoffknöpfen und dem Rest der Kleider. Auch der Gürtel wird auf „Bauchumfang“-Höhe getragen. Ansonsten – bei Baumwollstoff und Hornknöpfen – entsteht sehr schnell der Eindruck einer Out-Time-Jacke.

Fragen – nur zu. Ich helfe gerne.

Schnittmuster Strelitzen

Aufgrunde mehrerer Wünsche, hier mein Strelitzenrock-Schnittmuster. Die Endoptik entspricht dem Strelitzenbild, ob genaue Details historisch korrekt sind – keine Ahnung.
1:1 passt der Rock mir selber, die Schulter-Hüfte-Distanz beträgt 56cm, der Bauch/Brustumfang 110cm, die Armlänge 60cm. (Die Ärmellänge hingegen 75cm). Die Schultern sind gegen aussen schief, 2cm. Es hat ein Viereck unter jedem Arm, 11x11cm. Ich habe bei meinem Muster auf das annähen der Gehren des Rockes verzichtet und sie direkt angeschnitten.

Hier nochmals alle Eckdaten:
Gesamtlänge: Stoffbahnbreite, 150cm
Armlänge: 60cm
Ärmellänge: 75cm
Kragenausschnitt hinten: 2cm Versatz
Ausschnitt vorne: 7cm
Schulterschräge: vom Hals bis zum Ärmelansatz: 2cm
Viereck unter dem Ärmel: 11x11cm
Schräge (hellblau) des Armes: Von eigenem Schulteransatz bis zur Brustbreite
Stoffbedarf: 240cm sind knapp ausreichend, 250 würd ich kaufen.

Strelitzenrock (png/Bild) und Strelitzenrock als dxf-File. (rechtsklick/Speicher unter)

Viel Spass damit. Vergesst nicht, dass die Verschlüsse vorne, die Querstreifen, das Ganze erst von einer zu langen Cotehardie abheben.

Schnittmuster Gugel & Garnache

Ich habe mir ein CAD-Programm besorgt und damit – wie angekündigt – Schnittmuster erstellt. Zuerst für Aki einen Gugel und spontan für Aki eine Garnache. Beide sind hier frei verfügbar, wer sie haben mag, soll sie nehmen.

dxf-files für Personen mit Interesse daran, png für alle anderen. Die Schnittmuster sind in korrektem Massstab gezeichnet, also keine reinen Schnittzeichnungen. Der Gugel ist hier zu sehen. (Mittlerweile habe ich den allerdings weitergegeben.)

Gugel (png / Bild) und Gugel DXF-Datei (rechtsklick/download).

Garnache (png / Bild) und Garnache DXF-Datei (rechtsklick/download).

Viel Spass damit. Wer sich bei mir meldet, dem bringe ich gerne papierne Schnittmuster an den Stammtisch Zürich mit.