Larp Erhebung 2014

Schwammige, flüssige und schnell ändernde Einstellungen, Spielströmungen und Trends sind immer mal wieder im Trend. (Toller Satz, was? 😉 ) Ab und zu wünscht man sich Fakten, oder wenigstens Statistiken.

Der larpkalender.ch bietet tatsächlich eine: Statistik-Seite

Man findet sie wenn man die „übliche“ URL mit der Endung „events.php„, „bilder.php“ oder „news.php“ zu „statistik.php“ abwandelt. Oder wen man die alten News nachguckt, dort ist die Statistik noch verlinkt. Wie aktuell sie ist, weiss ich nicht – da kann man aber einfach den Admin per Mail fragen, das Kontaktformular hilft dabei.

Unter der Federführung einiger sehr aktiver Spieler sammelt da jemand gerade Daten, der sogenannte „larp census 2014“. Weil ich mich gerne persönlich mit theoretischen Ansätzen des Liverollenspiels beschäftige, mache ich hier etwas Werbung dafür:

Larp Census 2014

Und die Facebook-Seite der Macher, ganz nett nachzulesen was an Zwischenergebnissen veröffentlicht wird.

Achtung-Achtung, heute ist der Beitrag zweiteilig. Hier noch ein Schnipsel / Fundstück aus dem Internet.

Spiegel – Bericht über Rope-Con

Ich wünsche mir ab und zu einige Schritte aus der Ecke „Elfenohren & Tunikas“ weg. Manchmal, nicht immer, und ganz weggehen mag ich halt auch nicht… 😉

Jubiläum & Klarstellung

Mistundverflucht! Jahrtausendhand und Krevetten! Mit diesen ausdrucksstarken Worten vom Stinkenden Alten Ron verleihe ich meinem Versäumnis Nachdruck, dass ich das entscheidene Datum verpasst habe: Den wunderhübschen tausendeinhundertundelften Tag, den mein Blog online ist. Schade, aber der tausendeinhundertunddreizehnte tut es auch. Der erste Artikel war ziemlich nichtssagend, im Nachhinein erscheine ich mir verwundert und begeistert. Bloggen schien damals einfach.

Über die Jahre habe ich 65 Artikel geschrieben. Es gab, zusammengezählt, „23’483 Views“ und Akismet hat mich vor 2’377 Spam-Kommentaren bewahrt. Die beliebtesten Artikel waren die Bommelanleitung, die Schnittmuster Gugel&Garnache, aber auch der kurze Bericht über einen erfolglosen Besuch auf dem „Holländischen Stoffmarkt“ und die Meta-Seite „Warum“ sind in der Hitliste weit oben. Offenbar sind Anleitungen beliebter als mein Steckenpferd „Steckt da eine Theorie dahinter?“. Dazu kann ich nur eine Schnute ziehe, kann aber schon verstehen, dass Basteln wichtiger als Spieltheorie scheint.

Positives Echo bekam ich auf Spielen einige Male. Richtig mein Herz erwärmt hat sich, als mir nur flüchtig bekannte Spieler kamen und sich für ein Schnittmuster bedankten, welches ich online hatte. Ich sah ihre Kleider genauer an – und sah tatsächlich Merkmale, die ich selber so geplant hatte. Das aber nur als Spitzenbeispiel, da gab es auch Andere.

Negatives Echo bekam ich auch. Dazu werde ich hier etwas eingehen, im Endeffekt habe ich die Seiten „Warum?“ und „Ich sehe das anders!“ angepasst. Die Texte von 2011-2014 sind hier und hier zu finden.

Ich nutze auch diesen Artikel, um kurz zu erläutern was dieser Blog ist. Und was er nicht ist. Dieser Blog ist ein Einblick in meine Gedanken über Larp. Er ist ein unvollständiges Tagebuch der von mir besuchten Spiele. Er ist ein Ventil für Dinge, die mich nerven. Er ist eine Publikationspinnwand meiner Fundstücke, Links und Theorien. Alle diese Sachen sind von mir selber geschrieben und zwar aus einer subjektiven und persönlichen Sicht. Der Blog ist kein kompletter Einblick in die (nichtexistente!) Larpszene Schweiz. Er ist keine objektive Kritik an vergangenen Spielen oder der Leitfaden des Larp. Der Blog ist auch keine Werbeplattform für irgendetwas und schlussendlich will der Blog keine allgemein abgestützte Meinung über Larp publizieren.

So, ich hoffe das stellt einige Dinge klar. Alles in allem bin ich – Achtung, Insiderwitz / Ironie – mit der Larpfamilie weder verwandt noch verschwägert. (Wem das nichts sagt, der soll nachfragen, die Erklärung kann den Rahmen des Blogs sprengen)

Ich bin Seegras natürlich für das Hosting und die Hilfestellungen bei technischen Problemen dankbar. Und wünsche mir Weltfrieden!

Was sind denn Themen, über die ich bloggen soll? Auf der Wunschliste steht – Achtung, eine 1:1-Zitat: „Eine Nähanleitung im PDF-Format wie man als Dame Adelsspiel betreibt!“ Sonstige Wünsche?

Das Regelwerk ist die Spielgrundlage

Das ist der Versuch eines provokanten Titels! Misslungen oder gelungen?

Letzthin ist mir mal wieder jemand verkommen, der mir in einer Diskussion zum Conquest of Mythodea klar gesagt hat: „Tödesstösse dort kannste eh ignorieren.“ In ihrem eigenen Intresse sei die Person namenlos, ihre Aussage aber wollte ich eigentlich in der Luft zerreissen. Stattdessen wurde ein Blogartikel daraus.

Ich bin selber Organisator, und hatte somit auch schon den Spass, mit „eigenartigen Fragen“ zu meinem Hausregelwerk konfrontiert zu werden. Aber noch nie hat mir jemand gesagt, er werde das Regelwerk meiner Veranstaltung ignorieren. Ist es nicht eine Unverschämtheit, wenn man sich an ein Spiel begibt, um dort die Regeln nicht zu achten? Ich spare mir „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Vergleiche, aber sie schieben sich unerwünscht in den Vordergrund. Was soll der Blödsinn? Wie kommen Spieler dazu, sich bewusst oder unbewusst dazu zu entscheiden, die Regeln des Anlasses zu missachten?

Ich versuche einmal zu beleuchten, warum ich der Meinung bin, dass ein Regelwerk zu einem guten Larp™ dazugehört. Immer mal wieder sehe ich an Spielen erstaunte Gesichter, wenn ich vehement darauf beharre, das ein Regelwerk wichtig sei.

Wie spielen wir? Was machen wir da überhaupt?

Nur mit Helm!
Nur mit Helm!
Ein Rollenspiel als Spiel folgt gewissen Regeln. Ein Liverollenspiel ist (fast) immer ein reglementiertes Rollenspiel, ob es ein Regelwerk hat oder nicht. Denn bereits durch die gängige Ausschreibung wird ein Rahmen festgelegt. In diesem Rahmen wird aber dann oftmals in einer undurchsichtigen Mischung der Ideen und Verhaltensweisen des Veranstalters, der Mitspieler und der Spielidee (Ausschreibung, Requisiten, Ideen, Verhaltensweisen) etwas gebildet, was die Grundlage des Spieles sein kann. Klingt mühsamer als es ist, meistens klappt das ganz gut – geübte Spieler gehen mit Logikbrüchen oder Unsicherheiten problemlos um. Leider endet diese Harmonie in dem Moment, an dem ein Mitspieler die gegnerische Schildreihe umrennt. Oder wenn er jemandem vertikal von oben auf den Kopf haut. Oder mit einer sonstigen kontroversen Handlung. Grund: Hat das Spiel keine Regeln, also kein Regelwerk, so bringen die Mitspieler Vorwissen mit. Einige haben das Vorwissen als Erfahrung vergangener Spiele oder aus ihrer bevorzugten Spielumgebung. Andere aus dem Internet, irgendwo zwischen Zwei-Regeln und Phönix, zwischen dem Forum des „Conquest of Mythodea“ und den Kommentaren aus dem larpkalender.ch. Und einige denken sich auch: „Ich bin kein Anfänger mehr, ich muss da nichts nachgucken.“ Der gemeinsame Nenner aller dieser mitgebrachten Ideen bildet dann das Spielfundament. Doch das ist nicht unbedingt kompatibel mit dem Plot, mit organisatorischen oder sicherheitstechnischen Regeln, oder gar mit den Mitspielern.

Ein Beispiel, ganz aktuell: „Dragonien II„. Zwischen NSC und SC gab es Differenzen, wie die Treffer in Kämpfen ausgespielt werden sollen. Während und nach dem Spiel haben einige NSC das Gespräch gesucht, leider nicht ohne sich zuvor geärgert zu haben, „warum der da soviel aushält…“ Grundlage der Kämpfe war mehr oder weniger die oben beschriebene Mischung, jeder brachte seine Vorstellung mit. Und die Unterschiede waren zu gross, als dass das Spiel reibungslos ablaufen konnte.

Deshalb bildet ein Regelwerk eine gemeinsame Basis eines Liverollenspiels. Das Regelwerk verhindert oder erlaubt kontroverse Dinge, es sorgt dafür dass ich entweder selber entscheiden kann wie ich reagiere oder es sorgt für (m)eine festgelegte Reaktion. Damit meine ich keinesfalls eine punktebasierte Variante, sondern schlicht und einfach das Notieren der Dinge, „die ja alle Wissen„. Das Regelwerk legt Spielmechanismen fest, beispielsweise: „Klebeband-Kreuz auf einer Tür bedeutet, die Tür ist nicht vorhanden.“, „Der Anwender wirft einen Softball auf ein Ziel“, für magische Geschosse (So aus dem DF-Regelwerk zitiert). Das Regelwerk bietet unter anderem klare Ansagen, wann jemand ausserhalb des Spieles ist, wie sportlich oder theatrealisch gekämpft wird, es kann Richtlinien für die Dauer einer Wunde oder für alchemistischem Schnickschnack bieten. Das Regelwerk erlaubt oder verbietet das Hauen auf Helme, das Stechen, den Ringkampf oder das Umrennen („Chargen“) der Mitspieler. Es bietet für eine Vielzahl alltäglicher Spielsituationen eine Stütze oder eine Grundlage.

Das Regelwerk nimmt einen Teil der Diskussionen vorweg und ist eines der stilgebenden Elemente eines Orgateams oder einer Kampagne!

Zwei Anhänge dazu:

Kaputtgemacht? Was ein Regelwerk hingegen wieder ad absurdum führt: Die Formulierung „Gutes Spiel“. Solange kein Konsens besteht, was gutes Spiel ausmacht, ist das unsauber gelöst. Mein liebstes Beispiel nennt sich „Todesstoss“. Wenn im Regelwerk ein Todesstoss vorhanden ist, dann gehört er zum Spiel, und keine noch so lustige oder sinnvolle Begründung redet ihn besser oder schlechter. Wenn eine derartige Regel im Regelwerk ist, dann darf oder soll sie genutzt werden. Denn wenn es üblich ist, das Regelwerk wieder subjektiv und nach Laune auszulegen, sind wir wieder am Anfang… Und eine Regelfunktion, ein „Spielmechanismus“ sollte für jeden nutzbar sein. Ohne Konsequenzen wegen „unschönem Spiel“ oder ähnlich subjektivem Schmarrn!

Unsinn? Ja, der Artikel beinhaltet konstruierten Unsinn. Trotzdem werden sich einige darin wiederfinden. Und nach dem ersten Anhang könnte man meinen, ich sei dogmatisch was Regelwerke angeht. Ich glaube aber an das Spiel miteinander, ich bin der festen Überzeugung dass zwei Spieler sich neben dem Regelwerk auch zu Aktionen treffen können, welche das Regelwerk eigentlich verbietet – denn „Gutes Spiel“ sollte meiner Meinung nach ersetzt werden können durch: „Nach Absprache“. Denn was zwei Erwachsene ausmachen und Spass daran haben, soll ihnen niemand verbieten.

Landsknechte! Anleitungen & Links!

Nie ganz aus der Mode, die Anleitungen der Lapping – Rotte!

  • Wabenkragen, eine Anleitung von dax.
  • Kappe, eine optische Annäherung.
  • Landsknechtshose, mit etwas weitem Ausschnitt für die Schamkapsel und mit dem mangelnden Hinweis: Der Schritt der Hose am Schritt anliegen lassen schadet nicht! Eine Abwandlung oder auch Auslegung der „Alpirsbacher Hose“. Auf jeden Fall wird diese Hose bis ungefähr zum Bauchnabel hochgezogen.
  • Vom Barette schwankt die Feder. Passt, eine mögliche Herstellungsvariante. Bisher habe ich zur Stabilisierung im Liverollenspiel auch Holzlatten, Aluschienen, verleimten Filz und verleimte Wolle, gestepptes Leinen und Karton gesehen. Ahja, und eine Variante mit epoxygebundener Glasfasermatte und vom Grilly die Krempe eines Strohhutes. Hauptsache steif!
  • Hemd mit Wabenkragen, eine Anleitung von dax. Man beachte, dass sie zwar eine Konfektionsgrösse und Masse reinschreibt, aber diese auch wieder relativiert. Ich selber habe immer ein 10-20cm langes „Teststück“ gesmokt (So heisst die Technik des Wabenkragens), um anhanden dieses Masses dann die endgültigen Hemdmasse festzulegen.
  • Wams, welches zur Hose passt. Beides wird aneinander genestelt. Hier hat das Wams eine „Klappe“, doch auch V-Ausschnitt oder Ähnliches ist möglich. Auch ist es machbar, das Wams an der Taille etwas enger als den eigenen Körper zu machen. Irgendwoher muss ja der Bauch zur Sanduhr gemacht werden.
  • Zerhauen und geschlitzt – eine Anleitung für die ersten Schritte.

Weitere Anleitungen!

Dazu einige sonstige Links:

Und noch meine beiden Schuh-Einkaufsquellen

  • Bohemund Shoes, von dem ich meine ersten Kuhmäuler hatte. Blitzschnell geliefert, und stabil bis heute. Tendenziell eine Nummer grösser bestellen – gerade bei breiten eigenen Latschen.
  • Graziano, italienischer Schuhhersteller. Laut einem Bekannten ~100€ für passende Schuhe.
  • Tudorturnschuhe

Zigeunerlarp – Der Krish

Der Beschrieb aus dem larpkalender.ch war beinahe schon klassisch: Mittels Spielen sollte der neue „Krish“, der Friedensrichter aller Zigeunerstämme, gewählt werden. Location war, wieder einmal die Bläsimühle des Gloggi im Tösstal. Eigentlich mies gelesen – direkt neben der Strasse mit Blick gegen moderne Häuser – haben die Innenräume und der Nebenschuppen einen ganz eigenen Charme. Dazu tragen die Mahlsteine bei, die in der Scheune nach wie vor herumliegen. Auch das „Kabuff“ sehe ich immer wieder als Ort, an dem sich eine Shisha aufbauen lässt. Der beinahe zu enge Essraum hat einen schönen Kachelofen. Zu guter Letzt hat die Küche enorme Kapazität, grosse Herdplatten, Industrieabwaschmaschine und fast auch genug Rüstplatz. Die Schlafräume sind Massenschläge mit gummibezogenen Matrazen, aber im Flur sind Wolldecken vorhanden. Angenehm kühl fand ich es ebenfalls, ich mag schlafen in stark beheizten Räumen nicht, kann mir aber gut vorstellen dass Anderen eine zweite Wolldecke oder Bettsocken nicht ungelegen waren.

Ablauf: Am Freitagabend eine Begrüssung und den Samstag über Konkurrenzspiele um die Wahlstimmen. Mehrere Wettstreite unter den Anwesenden gaben den jeweiligen Gewinnern Stimmkugeln, mithilfe derer man am Samstagabend eine Vorwahl zum neuen „Krish“ beeinflussen konnte. Der Krish wiederum ist in der bespielten Zigeunerhierarchie der Friedensrichter, der bei Streitereien unter den Clans richtet, also eigentlich das höchste verfügbare Amt.

Mamma Schascha
Mamma Schascha

Mein Grüppchen hat sich am Stammtisch Zürich gebildet und gerade knapp die von der Orga geforderte Mindestzahl von fünf Leuten erreicht. Unser Konzept war östlich/theaterspielend. Dafür haben wir auch am Samstagnachmittag ein Musik-Theater geschrieben (Naja, einige von uns – ich lag mit Kopfweh flach), welches wir am Abend aufgeführt haben. Die Wettbewerbe haben mich nicht so wirklich gepackt, vor allem als mir klar wurde dass die mir wichtig erscheinenden Zigeunerfertigkeiten unwichtig waren. Dass dann der erste Wettbewerb auch noch mit Plastikbecherchen durchgeführt wurde hat zusätzlich geschmerzt. Da kam es mir durchaus Recht, dass sich mein Zigeunerstamm dafür entschied, den Samstagnachmittag über ein Theater für den Abend zu schreiben. Ich hoffe eigentlich dass die Vorführung am Abend die Mitspieler etwas entschädigt hat, weil wir die Wettbewerbe eher stiefmütterlich behandelt haben. Weitere Wettbewerbe: Capture the flag mit unklaren Regeln, ob die IT oder OT unklar waren, habe ich nicht genau begriffen. Ein Gedichtwettstreit… und… bestimmt weitere. Wie gesagt, ich lag im Bett / Theaterschreibend. Spielerschaft: aus dem Umfeld der Sonnenwende-Orga, die nach einigen Cendaraspielen letzes Jahr geseeräubert hat – und Teile derer auch am „Zigeunerlarp 1“ als Orga beteiligt waren. Alles in allem eine Menge neuer Charaktere bei vielen Leuten, ich vermute das viele davon One-Shot-Konzepte waren. Essen: Gefallen! Freitagabend gab es Borschtsch damit macht man mich einfach glücklich. Mittagsbuffet war halt Buffet (Etwas knapp Platz am Grill) Den knappen Grillierplatz habe ich mit dem aufgewärmten Borschtsch überbrückt, und das Buffet am Samstagabend war umfangreich, so dass vermutlich jeder Geschmack irgendwie abgedeckt wurde. Grosses Lob an das Küchenteam. Den Zigeunerbezug dazu… habe ich irgendwie verpasst, den hätte man vielleicht irgendwie haben können. Kommunikation: Ich hatte keine Probleme. Auch fand/finde ich die vorausgestellten Dokumente „How – To“ ganz toll, sowas macht das Spiel klarer. Organisation: – kaum Mängel. Dank Bus bis vor das Haus (~15-20Meter laufen) auch nicht viel notwendig. Nur die Wettstreite waren in meinen Augen eher eine Belustigung für die Anwesenden und haben mich leider an einen „Wettbewerbstag“ einer dritten Schulklasse errinert. Aber den Reaktionen während dem Spiel entnehmend behaupte ich, dass ich mit der Meinung beinahe alleine dastehe.

Teil der Mezcana
Teil der Mezcana

Fazit & Konstruktives

Pluspunkte
– Spiel dieses Frühjahr. Ich war auf Entzug.
– Meine Gruppe. Es ist Jahre her, dass ich mit den Leuten wirklich „gemeinsam“ auf ein Spiel gefahren bin.
– Die Location. Zeitlos gut.

Minuspunkte
– Wieder ein neuer Charakter, den ich herz- und profillos ausgestattet habe. Evt entwickelt er es noch, aber ich spiele ungerne Zigeuner an einem anderen Spiel. Eher wanderner Schauspieler… Aber
– Die Wettstreite
– Die IT-Steuerung der Mezcana. Da hätte ich es bevorzugt, wenn am Freitagabend aus jedem Stamm ein Wahlorganisator genommen worden wäre, so als Jury. Dann hätte vielleicht mehr die „allgemeine Meinung was zigeunern ist“ eine Rolle gespielt. Aber das ist ein Detail, finde ich.

Passend zum Spiel – erschien dieses Frühjahr die Larpzeit #43, mit dem Thema „Fahrendes Volk“, die das ganze Spiel hätte unterstützen können.

Fotos von mir sind in meiner Galerie, weitere im larpkalender.ch zu finden.

Die Frage in meinem Hinterkopf bleibt: Wenn sich aus dem Sonnenwende-Umfeld bereits ein Spiel für dieses Jahr gebildet hat – bleibt nur noch die angekündigte Cendara-Taverne aus der Ecke, oder bekommen wir noch ein „richtiges“, komplettes Sonnenwende-Cendara-Spiel?

Noch ist Wolkowien nicht verloren….

So heisst ein berühmt-berüchtigtes Lied, aus der Lyrien-Liederliste. Und daher ich im Sommer am Epic Empires im Pilgerlager einen Wolkowen spiele, habe ich mich jetzt schon umgesehen, was ich da an Stoff und Material brauche. Denn mein alter Strelitzenrock ist genau das, was er ist: Alt! Alte Larpklamotte hat Charme – neue Larpklamotte nähen ist hingegen mein Hobby. Also muss was Neues her.

2011 habe ich spontan und schnell ein Schnittmuster für einen Strelitzenrock erstellt, was zahlreiche Nachahmer fand. Es freut mich, wenn ich auf Con meinem Schnittmuster begegne, doch mein Gefühl sagt mir, dass es nicht unbedingt förderlich wäre, diesen Rock wieder anzuziehen. Vor allem IT-Gründe, aber ich spiele einen bestenfalls im Kopf rebellischen Wolkowen, keinen offenen Aufständler. Also, Stoff muss her!

Doch manchmal hat man einfach mehr Glück als nötig. Zum Beispiel beim Stoffkauf, einem in der Schweiz durchaus teuren Unterfangen. „Schnäppchen“, in der Bucht, Fabrikladen für Leinen bei Bruchsal, „günstig auf’m Türkenmarkt gekauft“ (So im Ning gelesen.)… in meinem Fall heisst es: Brockiland Zürich und ricardo.ch.

Zuerst Brockiland:

besticktes Leinen
besticktes Leinen

Beide Teile reichen für jeweils ein weites Hemd. Denn die Vorlage nebellegenden.de sagt:

Der typische Wolkowe trägt weite Hosen, oft Stiefel oder Gamaschen, und ein langes Hemd (Kittel) aus schwerem Stoff mit weiten Ärmeln, das durch einen breiten Gürtel oder eine Schärpe gehalten wird. Darüber wird, insbesondere im Winter, ein schwerer Mantel, der „Kontousch“, mit an der Vorderseite geschlitzten Ärmeln getragen. Wolkowische Adelige tragen zusätzlich oft ein pelzgefüttertes Cape. Das Haar wird in der Regel kurz gehalten und erwachsene Wolkowen tragen normalerweise einen Bart.

Die gestickte Ranke ist einmal rund um das Tischtuch, ich muss also sorgfältig vorzeichnen um sie optimal auszunutzen. Und dann anhanden der vorgezeichneten Teile die Stickerei aufschneiden, um die Fäden zu vernähen… das wird Arbeit. Die „Borte“ beim anderen Stück ist eingewebt, alle ~30cm ein Streifen. Das bestickte Stück hat 210x130cm, das mit der „Borte“ 160×130.

Dann ricardo.ch:

Erster Wollstoff
Erster Wollstoff

Ganz nett, ~25 Franken und 540cm lang / 150 breit.

Zweiter Wollstoff
Zweiter Wollstoff

Weil zweimal besser als einmal ist: 25 Franken und 820cm lang / 150cm breit

Aus diesen beiden Stücken will ich entweder eine Rushose für Frekke Jorundson oder eine neue wolkowisch-weite Hose für Kazimir Andrejewitsch Wodirieskoff nähen. Oder eine, die beide Optionen zulässt? Und aus dem zweiten, einen wollenen Überkittel? Ich lasse mich vielleicht auch von Birka-Kaftan-Ideen leiten, oder von kosakischem Zeugs. Oder von beidem. Und am 10.2. – in einer Woche – geht das zweite Semester los. Dazu Französisch/DELF im März. Achja, in die Stadt Bern umziehen tu ich auch noch.

Trotzdem, hier die Kostenrechnung:

10 SFr – zwei Coupons Leinen, bestickt/eingewobene Bänder
50 SFr – zwei Stücke braune Wolle, zusammen 13m

Damit werde ich am Epic eine gute Figur machen. Denn noch ist Wolkowien nicht verloren!

Spielbericht: Cendarataverne 1

Beschrieb aus dem larpkalender.ch:
Der Blaue Troll.
Die Taverne zum Blauen Troll im Schattenbachtal, dem Stammesland des Sinfath-Ordens, wird schon seit jeher von der Familie Ley bewirtet.
Ihr Ruf ist hervorragend und die Gäste zahlreich. Orgulus Ley ist zur Zeit der Inhaber der Taverne und er sorgt dafür, dass keine Kehle trocken bleibt und niemand hungern muss… natürlich nur solange die Bezahlung stimmt. Gelegentlich kommt es vor, dass der sanfte Riese Orgulus nicht mehr ganz so sanft ist zu eben genau solchen Gaunern die versuchen ihn übers Ohr zu hauen.
Die Taverne ist in ganz Cendara bekannt und nebst den übrigen Gästen, finden sich gelegentlich auch hohe Persönlichkeiten aus Cendara ein, um einfach mal den Abend zu geniessen oder um die Gesellschaft des Volkes zu suchen.
Ebenso werden gelegentlich auch Gespräche im separaten Kellerraum geführt. Für diesen Zweck hat Orgulus immer den Kamin eingeheizt und die Kerzen bereitgestellt.
Könnte es sein, dass dieser Abend wieder einige interessante Persönlichkeiten in die Taverne lockt?

DerBote (Seite 1)
DerBote (Seite 1)

Idee dahinter ist/sei grösstenteils einen IT-Stammtisch zu erschaffen, an dem man sich in und über Cendara austauschen kann. Auffälligstes Zeichen in diese Richtung war ein vor Ort verkauftes Exemplar des „Boten“. Location: Das Naturfreundehaus Dürrenäsch. Mehrere Kellerräume, eine grosse – unbenutze – Feuerstelle draussen und eine annehmbare Optik. Leider auch ein Ausblick über Dürrenäsch. Für eine Taverne die grösstenteils im Dunkeln stattfand aber eine sehr gute Wahl. Der Massenschlag mit achtzehn Betten war mir zu eng. Da gibt es einfach zuwenig Stauraum für Gepäck und da gibt es einfach zu wenig breite Schlafstellen. Spielerschaft war typisch cendarisch: Zwischen hart historisierend und detailreich bis zu gekauftem schwarzen Leder. Von Ljubis ersten selbergenähten Schuhen bis zu wintertauglich geschnürrten (unauffälligen) OT-Stiefeln. Besonders hübsch fand ich ein Grüppchen keltisch-antiker Charaktere, der grösste Teil der Spieler war aber durchschnittlich ausgerüstet. Ablauf war, für eine Taverne nicht überraschend, simpel: Anreise, etwas konsumieren, etwas mit Leuten plaudern und schlafen gehen. Ah, Halt! Da war Plot. Es kamen zwei Knechte/Soldaten aus Dragonien vorbei, gerüstet und bewaffnet und mit einem Gefangenen. Der arme Kerl lief barfuss durch den Schnee, nur ein Hemdchen und einen Strick um den Hals. Auf Nachfragen bei Leuten die aus Cendara sind, hiess es das sei durchaus normal – schliesslich liege Dragonien gleich nordöstlich vom Schattenbachtal. Später kamen zwei „Ritter des zerbrochenen Schwertes“ vorbei, einer in Cendara ansässigen Chaos-Bruderschaft. Diese hatten schon mehrfach Auftritte an Cendara-Cons. Sämtlicher Kontakt mit ebendiesen war allerdings auf einige wenige Spieler beschränkt. Ich hatte den Eindruck dass viele andere Charaktere keine Ahnung von Quaron/Chaos hatten. Und sich, ganz im cendara-multikulturellen Kontext, auch nicht besonders darum scherten. Das sie deswegen nur Zuschauer sind, ist klar – trotzdem könnte man an solcher Stelle auf halbgare OT-Witzeleien im Hintergrund verzichten. Nach allem was ich sah lief die Szene um die Chaosritter aber vor allem zwischen den Charakteren Oranus, Victor Andarion und ihnen selber ab – auch mit dabeistehen und mithören kam ich nicht mit rein. Ich habe dann auch einfach die Befehle, die mir der Mann in rotschwarz zubrüllte, ignoriert. Auch die Versuche, seine Verletzung von Haelga zu behandeln lassen, misslangen. Ich vermute, ich habe mich einfach zuwenig reingehängt. Viel mehr lief auch nicht, allenfalls etwas, was ich nicht mitbekam. Fazit Plot: Eher flau, es gab was, schien aber auf bestimmte Leute zu passen.

DerBote (Seite 2)
DerBote (Seite 2)
DerBote (Seite 3)
DerBote (Seite 3)































Zu einem erfreulichen Teil: Essen! Bekanntermassen kann gutes Essen ein Spiel vor dem Totalverriss retten und eine zu späte, oder zu wässrige Suppe alles endgültig vermiesen. Es gab zwei Suppen zur Auswahl, beide vegetarisch zubereitet und auf Wunsch mit Würstchen verfügbar. Knabberkram stand auch herum. Für den Preis absolut in Ordnung, mehr als ich erwartet habe. (15 SFr ohne Übernachtung) Kommen wir zu einem nicht ganz so prallen Punkt, dem Trinken. Wenn man keinen (Honig-) Wein trank, war man benachteiligt. Eine Sorte Bier und dann auch noch ein einfaches „Lager Hell“ aus der Büchse abgefüllt? Auch der Tee, auf den ich zwischendrinnen umstieg, war – gewöhnungsbedürftig. Hat mich so leicht an den in Klassen- und Sommerlagern ausgeschenkten Hagenbutte errinert, den, den man lieber gegen ein Glas Wasser tauschte. Frühstück hingegen war wieder toll. Ich habe zwar schwarzen Tee vermisst, finde aber das Kaffee wohl mehr Leuten schmeckt und deshalb wichtiger ist. Rührei, Brot, Sachen für drauf. Was will man mehr? Leberl mit Zwiebel will ja auch nicht jeder…

Fazit & Konstruktives

Pluspunkte:
– Bediente Taverne, Schankknechte/mägde die leere Becher am Tisch holen und durch volle ersetzen.
– Günstiges Essen, gutes Essen. Günstiges Spiel sowieso
– Das Haus. Passend, rustikal
– Zeitungsverkauf. Verkaufen ist cooler

Minuspunkte (Und Verbesserungsvorschläge):
– Ohne entsprechende Aufhänger/Elemente fallen viele Leute OT.
– Die Ritter des zerbrochenen Schwertes. Zu unbekannt? (Evt mit mehr Vorwissen, evt. wäre das mit mehr verfügbarem Cendarawissen online besser)
– Freundschaftlicher Wirt. „Wir sehen nachher mit dem Preis“. Das hat was von „alles-sind-wir-freunde“, dem Tod jedes Cons. Ich will einen Preis, ich will feilschen oder nicht. Aber kein „Je nachdem was ihr esst kosten euch die Betten weniger…“
– Getränkeauswahl
– Nutzung der Tavernenräume

Zu den beiden letzen Punkten kann ich Ideen bieten: Getränkeauswahl lässt sich simpel ändern. Entweder man besorgt sich gemischte Harrassen im Getränkemarkt. Drei Kästen Helles, einer Amber, einer Schwarzbier. Wenn es kein Schwarzbier mehr hat – dann hat es keines mehr. Aber die Auswahl freut. Oder man sucht eine Kleinbrauerei in der Gegend, spontan habe ich „LUBB“ und Erusbacher gefunden. Meine Riedhburgerfahrung sagt mir, dass man dort allenfalls sogar Zapfanlagen geliehen bekommt. Wenn natürlich die Mehrheit der Anwesenden kein Bier trinkt, dann spielt das keine Rolle. Ich empfehle auch spontan, nebst dem Tee vielleicht auch einen 5-Liter-Ballon Süssmost zu haben. Vielleicht wäre es auch nett, wenn man sich Drucketiketten macht, um es auf Metflaschen zu klatschen?

Nutzung der Räume: Die Grundidee ist gut, dass man ein „Separée“ im Keller hat. (Was ich da am Sonntag geputzt habe, ist aber weniger hübsch). Aber man könnte es gezielter Nutzen. Vorschlag: Ab 19 Uhr einen Pokertisch. Jeder kann mitmachen. Und ab 22 Uhr eine teure Runde – Einstiegsgeld sind ~40 Silbermünzen. Sieben Plätze. Vier davon werden im Vorfeld (Durchaus auch OT) an Spieler vergeben, wird angefragt, undsoweiter. Drei sind frei. Dann steht es den Spielern frei, sich zusammenzuschliessen um eine weitere Person gemeinsam in diese Runde zu finanzieren, frei nach dem Film von Guy Ritchie. In den Vorraum könnte man zwei Tikonier und einen Haufen Teppiche legen, dazu eine Wasserpfeife und ein halbes Kilo Datteln.

Das alles aber eher so spontan. Wenn sich das wiederholt, diese Taverne, dann kann ich mir vorstellen, dahinzufahren. Hängt aber vor allem davon ab, ob ich bis zur Anmeldemöglichkeit am entsprechenden Datum nichts Anderes vorhabe.