Landsknechte! Anleitungen & Links!

Nie ganz aus der Mode, die Anleitungen der Lapping – Rotte!

  • Wabenkragen, eine Anleitung von dax.
  • Kappe, eine optische Annäherung.
  • Landsknechtshose, mit etwas weitem Ausschnitt für die Schamkapsel und mit dem mangelnden Hinweis: Der Schritt der Hose am Schritt anliegen lassen schadet nicht! Eine Abwandlung oder auch Auslegung der „Alpirsbacher Hose“. Auf jeden Fall wird diese Hose bis ungefähr zum Bauchnabel hochgezogen.
  • Vom Barette schwankt die Feder. Passt, eine mögliche Herstellungsvariante. Bisher habe ich zur Stabilisierung im Liverollenspiel auch Holzlatten, Aluschienen, verleimten Filz und verleimte Wolle, gestepptes Leinen und Karton gesehen. Ahja, und eine Variante mit epoxygebundener Glasfasermatte und vom Grilly die Krempe eines Strohhutes. Hauptsache steif!
  • Hemd mit Wabenkragen, eine Anleitung von dax. Man beachte, dass sie zwar eine Konfektionsgrösse und Masse reinschreibt, aber diese auch wieder relativiert. Ich selber habe immer ein 10-20cm langes „Teststück“ gesmokt (So heisst die Technik des Wabenkragens), um anhanden dieses Masses dann die endgültigen Hemdmasse festzulegen.
  • Wams, welches zur Hose passt. Beides wird aneinander genestelt. Hier hat das Wams eine „Klappe“, doch auch V-Ausschnitt oder Ähnliches ist möglich. Auch ist es machbar, das Wams an der Taille etwas enger als den eigenen Körper zu machen. Irgendwoher muss ja der Bauch zur Sanduhr gemacht werden.
  • Zerhauen und geschlitzt – eine Anleitung für die ersten Schritte.

Weitere Anleitungen!

Dazu einige sonstige Links:

Und noch meine beiden Schuh-Einkaufsquellen

  • Bohemund Shoes, von dem ich meine ersten Kuhmäuler hatte. Blitzschnell geliefert, und stabil bis heute. Tendenziell eine Nummer grösser bestellen – gerade bei breiten eigenen Latschen.
  • Graziano, italienischer Schuhhersteller. Laut einem Bekannten ~100€ für passende Schuhe.
  • Tudorturnschuhe

Spielbericht: Drachenfest 2013

PS: Solange mein Dateiupload spinnt, wollte ich warten. Habe jetzt aber einfach ein andere Lösung für Bilder genommen. Text ist also jetzt, zur Zeit der Veröffentlichung, Wochen alt…

Landsknechtslager, nochmals auf ein Neues. Im vierten Jahr haben sich mehr als hundert (100er-Grenze geknackt! Freude!) Leute versammelt, um als Themenlager “Landsknechte” auf dem Drachenfest ein Söldnerlager zu errichten. Ich selber war im Aufbauteam irgendwie dabei, anschliessend als Hellebardier für die rechte Flanke zuständig. Alles mal der Reihe nach.

Aufbau: Das Lager hatte wiedermal eine grosse, beinahe zu grosse Gruppe für den Aufbau. Wenn die Arbeit zu knapp ist – dieses Jahr stand renovieren, anpassen und verbessern auf dem Programm, dann stehen zuviele Leute herum. Das drückt auf die Arbeitsmoral jener, die arbeiten. Aber obwohl es gefühlt sehr schleppend lief, lief es gut. Dieses Jahr waren wir gegen Dienstagnachmittag präsentabel, nur einige Details blieben liegen. Bis nächstes Jahr wohl. Zusätzlich war der Abbau bescheuert – die Wartezeit der Traktoren/Hänger für den Transport von Lagerplatz zur Scheune konnte Stunden dauern. (Wir hatten den Luxus, dass das LKL nahe der Scheune war, und alles rübergetragen werden konnte)

Anwesende waren grösstenteils i.O. Noch mehr als letzes Jahr kam ein Gemeinschaftsgefühl auf – es spielte auf Platz keine Rolle, ob ein mir in der Stadt begegnender Landsknecht mir näher bekannt ist oder nicht, er ist halt einfach „einer von uns“. Noch mehr habe ich aber das Gefühl, dass ein gewisser „selbstreinigender“ Effekt auftritt, und das Lager sich – trotz der schon engen Strukturen – weiter homogenisiert und man sich spielerisch annähert. Der Konsens „Landsknecht“ wird enger, dichter und besser.

Das Konzept Landsknechtslager: Zwischen spielerisch umsetzbar und historisch angelehnt. Das Lager hat einen Obristen, der mit seinen Hauptleuten das Lager gegen Aussen vertritt. Seine Aufgabe ist es, Aufträge auszuhandeln. Die restlichen Spieler sind durchgehend beim Obristen angestellt, er nimmt sie Anfangs Spiel in Dienst und bezahlt sie auch aus.

Spiel Mittwoch – Freitag Ich bin dieses Jahr nur schwer ins Spiel gerutscht. Ich habe ja bewusst auf das Flötenspielen verzichtet, weil ich auch einmal hellebardieren wollte. Das Geviert, der Kriegsanteil und das Hellebardieren hat schon ganz gut geklappt, aber vielleicht wäre ein Pfeiffer doch mehr Wert gewesen. Einige unerfreuliche persönliche Vorkommnisse kamen dazu, aber ich habe mich auch über alte und neue Freundschaften gefreut. Leider hatten wir auch dieses Jahr wieder/noch Leute im Lager, die sich einen Dreck um andere scheren, aber perfekt wird’s wohl nie werden. Ich wurde – habe mich dazu gemacht – Herr der Sappeure. Das LKL versucht sich immer weiterzubilden, schliesslich wollen wir uns verkaufen, und dieses Jahr war es angesagt, die Gildenfertigkeit Sappeur zu erreichen. Wie Kanonen, einfach weniger Bastel- und mehr Personalaufwand. Lief auch nicht perfekt, aber unter dem Strich passabel. Ärger gab es wegen dem Geld und der wählerischen Haltung einiger Händler in der Stadt. Da muss was passieren, oder die brauchbare Geldmenge auf dem Drachenfest wird sinken.

Endschlacht: Kurz und knackig. Nur einen Bruchteil der Landsknechtschlacht gegen das OCL wert. Aber das Angebot des Silbernen war auf uns zugeschnitten, wunderschön simpel (Schnaps und Wein, Bildchen, Silber und Kupfer) und ansonsten war es wie immer. Einige des LKLs haben sich über nichtausspielende Gegner beschwert – ich stand offenbar anderswo.

Organisation: Ich hatte keine Probleme. Trinkwasser/Wasseranschluss war nahe, Dixies immer sehr sauber, Zufahrt/Abfahrt brauchbar, Ticketversand i.O. Abmachungen mit der Orga haben ebenfalls geklappt, genügend Zeltplatzfläche war da. Also kaum Beschwerden. Schien aber nicht bei allen Lagern so zu sein.

So, als Fazit ist es schwer. Die Summe der durchschnittlichen Einzelszenen war überwältigend, ich kam nach Hause und empfand das DF ’13 als das coolste DF welches ich je besucht habe. Ob das an den Mitspielern lag, am knappen Schlaf und der damit höheren Empfindsamkeit, ob das an mir, an der Oppa Luschek oder am Wetter lag – keine Ahnung. Vielleicht auch an der Eroberung des Orklagers?

Klara, Wilhelmine und Jacques
Klara, Wilhelmine und Jacques

Rückblick vom Grossconsommer, erster Teil

Erstes dieses Jahr: Das Drachenfest. Dieses Jahr als 10-Jahres-Jubiläum. Ich war angemeldet im „Lager der freien Kriegsknechte“, auch als „Landsknechtslager“ bekannt. Charakter „Jaques Hammenbruch“, bewaffnet mit einem Schweizerdegen und vor allem der Querflöte.

Das Drachenfest an sich war völlig in Ordnung. Ich war nie auf einem verschmutzen Klo (Ich nahm die Dixies, rund fünfzig Meter vor den Wagen, da ging sonst keine Sau hin…), ich hatte immer mehr oder weniger warmes Wasser beim Duschen. Das Bier war erschwinglich und die Mitspieler – sofern angetroffen – freundlich oder aktiv spielend. Wie immer an den Grosscons, kreuz und quer war alles vermischt, von revolutionären Franzosen…

Revolutionäre Franzosen

…bis hin zu pharaonenhaften Gestalten. Mir passt das so, ich mag diese Durchmischung bei so vielen Spielern (Auf kleineren Spielen sieht das ganz anders aus). Die übliche Mischung aus Imitatkatzen und Dreispitzträgern. Durch die enge Einschränkung des Landsknechtslagers hatten wir eine sehr homogene Ausstattung, Saltzknechte, Pixners und Drakenhof 3 in klassischer Landsknechtsmanier, dazu Talhoffers Tross. Letzere im Vergleich zum Vorjahr bunter, farbiger und geschlitzer. Sah hübsch aus, die ganze Kolonne. Etwas stiefmütterlich behandelt schienen mir die Janitscharen, wobei diese sich auch optisch stark abheben.

Alles in allem hat es Spass gemacht, mit den Leuten um mich herum. Auf jeden Fall fahre ich da nochmals hin.

Das prägendste, tollste Erlebnis was ich jedoch hatte, war die Andacht für Korporal Schneckler. Ich erzähle die Geschichte kurz: 2010, eine Schnecke kriecht auf einer Handfeuerwaffe des Drakenhof drei herum. Die Knechte basteln ihr ein Barett und nennen sie „Korporal Hans Schneckler“. Im Laufe der Veranstaltung tritt jemand ausversehen auf das Tierchen. Auf verschlungenen Pfaden erreicht diese tragische Botschaft denjenigen, der die Grabsteine für den Friedhof auf dem Drachenfest herstellt. Im Laufe des Jahres gedenkt das Drakenhof 3 Schneckler, und eine Hintergrundgeschichte entsteht. Und auf dem DF 2011 steht da dieser Grabstein. Herzerweichend. Die Andacht dort, die mehr als 20 Spieler – mit einer Ausnahme junge Männer – beinahe zum Weinen brachte, mit einem Trauermarsch, einer Rede, schniefenden Landsknechten… das erste Mal seit Jahren hat mich an einem Liverollenspiel wiedermal etwas berührt. Emotionales Spiel ist nicht meine Stärke, und umso erschreckter war ich. Doch gerade die Absurdität der Szene – Trauer um ein Weichtierchen – hat mir gezeigt, dass ich es doch hinkriege. Wenn Umgebung und Anlass stimmen, dann entwickelt mein Charakter eben doch Gefühle, die sich klar über die Spieleremotionen legen.

Andacht für Kp Hans Schneckler
Andacht für Kp. Hans Schneckler