Lederner Brotbeutel

Inspiriert von Karl Robinson, habe ich mir eine lederne Umhängetasche genäht.

Ledertasche
Ledertasche

Ein Detail habe ich zwar vergessen, aber unter dem Strich bin ich recht zufrieden damit. Wer nicht mit Leder will oder kann – in meinem Haushalt befindet sich auch einer der “Sausage Bags” des Händlers, der in Qualität, Optik und Preis kaum zu schlagen ist.

Zeit und Geld, oder “Wie man auf beide nicht verzichten kann”

Wenn ich Liverollenspiel als Hobby betreibe, dann brauche ich dafür – vor allem im breiten, grossen und stark vertretenen Fantasylarp – ein Minimum an Ausrüstung. Bereits die Larpwiki-Seite für Anfänger hat überproportional viel Infos zur Ausrüstung zu bieten. Und oft hört man dazu, dass sich “dieses” oder “jenes” ganz einfach selber machen lässt. Oder dass man es günstig “dort” oder “bei diesem Händler” kriegen kann. Das Hauptproblem dabei ist, dass sich die Larp-Realität (Was für ein Ausdruck) stellenweise deutlich von der anderer Vorlagen – Film, Buch, Bild – unterscheidet. Was also genau “gute” Ausrüstung ist, braucht schlussendlich Erfahrung, die sich weder auf Youtube noch im Larpwiki holen lässt. Es muss also von irgendwoher Ausrüstung herangeschafft werden. Dazu sind zwei Möglichkeiten vorhanden:

  • Einkaufen! Internetshopping ist ein Hobby, das definitiv glücklich machen kann. Für viel und wenig Geld kriegt man online zwischen historischer Unterwäsche und ledernden Kleidungs/Rüstungsteilen von Runa Rian alles. Schaumstoffwaffen aus Kanada? Kein Problem. Schuhe aus Italien? Kein Problem. Schuhe aus Kalifornien? Kein Problem, bei dem habe ich selber schon bestellt. Und “Alles, was man möchte” gibt es bei lederkram.de. Auf jeden Fall basiert diese Variante auf Geld.
  • Selbermachen! Ob Nähen, Waffenbau, oder Liverollenspiele organisieren, für alles gibt es Anleitungen. Ob auf Pinterest, Youtube oder per Google-Suche, für Alles findet man irgendwo eine DIY-Anleitung. Es braucht Nähzeug, Nähmaschinen, Ledersonderspezialklebestoff und eine Tricot-Nadel. Vielleicht auch einen “Extra-Spachtel für Larpwaffenbau”. Auf jeden Fall basiert diese Variante auf Zeit.

Mit beiden Varianten kann man, ein bisschen Übung und Erfahrung vorausgesetzt, solide Ergebnisse erreichen. Leider aber scheint immer mal wieder die Idee durchzuschimmern, dass man auch ohne Geld oder Zeit etwas erreichen kann. Doch wenn man auf beides verzichtet, fehlt jegliche Grundlage um an eine Ausrüstung zu kommen, die sich optisch von einer Brockenhaustour, gemischt mit Alternativ-Style und etwas Cachet abhebt und halbwegs plausibel eine fremde Kultur darstellt.

Vor ein paar Jahren gab es über das larper.ning die “50 Tage 100€” – Challenge, die mehrfach wiederholt wurde (Derzeit läuft etwas ähnliches für das Epic Empires). Dort gab es tatsächlich Leute, die mit wenig Geld viel erreichten. Auch ich selber arbeite oft mit geringem Budget und behaupte, dass meine Ausrüstung durchaus gut bis sehr gut gearbeitet ist. Doch daran ist ein Haken: Niemand der Challenge-Teilnehmer ist mit wenig Erfahrung gestartet. Alle, inklusive mir, mussten über Jahre viel Geld reinstecken (bzw. verlieren), ehe mit der Option Zeit brauchbar gearbeitet werden konnte.

Larp mit Geld geht, Larp mit Zeit geht auch. Mit Übung kann man eines der beiden durch das andere ersetzen: Geld sparen und viel selber machen oder Zeit sparen und viel kaufen. Aber ohne Zeit auch noch Geld sparen, bedeutet meistens einfach nur, dass man Schrott produziert und vor lauter Abstrichen kein Konzept mehr nachvollziehbar aufzeigen kann.

Neue Links – Österreichische Larpbastler

Seit einer ganzen Weile habe ich Mimins Blog verlinkt. Mimin ist mengenmässig einer der spektakulärsten Liverollenspiel-Bastler, die ich kenne, der Mann scheut offenbar kein Material und keine Vorlage. Selber beschreibt er seinen Blog folgendermassen:

Dies ist ein Blog in dem ich meine Bastelarbeiten vorstelle. Ich führe damit nicht nur eine Art Basteltagebuch, sondern dokumentiere auch ein wenig meine Fortschritte. Außerdem möchte ich damit gerne Leute inspirieren. Natürlich will ich nicht, dass meine Ideen kopiert bzw. 1:1 nachgemacht werden, aber ich denke, es ist schön, wenn man andere durch seine eigenen Kreationen motivieren kann. Darum beantworte ich gerne Fragen und freue mich auch sonst über nette Kommentare und konstruktive Kritik.

Sehr empfehlenswert dort finde ich den Buffcoat, der auf Raubis Buffcoat basiert. Ebenfalls spannend finde ich die Kaltbrünnierung. Und zum Schluss noch die Startseite von Mimins Bastelblog.

Geht man der Sache etwas nach, findet man weitere Blogs in ähnlicher Manier. Also, weiter!

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Celefindel’s Creations, im Vergleich zu Mimin eher stofflastig und verspielt. Wo Mimin mit Kaltbrünnierung denkt, arbeitet diese Frau mit Wollfäden. Selber beschreibt sie den Blog folgendermassen:

Hier präsentiere ich euch meine Nähereien und Basteleien aus eigener Hand. Fragen dazu werden gerne beantwortet! If you like to ask something about my handmade projects feel free to contact me! I’ll try to write everything in English too.

Hier empfehle ich der bereits in Stoff geübten Frau das Korsett-Tutorial, und ganz allgemein habe ich auch plötzlich das Gefühl, ich bräuchte für jeden Charakter ein Taschentuch.

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Der nächste Blog: Greyxis Larpklumpat. Der wiederum macht eine ganze Menge in Schaustoff. Auch sein Beschrieb selber zeigt das ziemlich klar:

Beim Larp sind Waffen, Masken, LowBudget-Gewandungen, Gimmicks und Theorie meine Steckenpferde. Der Blog dient dazu meinen Output auch nach außen zu tragen, damit nicht alles im Keller verschimmelt.

Tatsächlich hat der Mann eine Menge Schaumstoff in Arbeit. Ob er dazu neigt, wie jeder halbwegs engagierte Schaumstoffbastler plötzlich alles daraus machen zu wollen? Die Stücke sind nicht von Sander, aber brauchbar. Wer gerne in seinem Lager larpt, der sollte sich die Fechtfedern angucken, ansonsten lohnt sich ein drüberscrollen auf jeden Fall: Greyxis Larpklumpat.

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Dann weiter zu einem meiner Lieblinge “Fuck Yeah Basteln“. Kreativer Titel? Sch…egal, der Mann gehört zu denen, die Alles können. Eine ganz grosse Ansage ist aus meiner Sicht der Beitrag “Ich baue mir selber eine Sänfte, in der man mich umhertragen kann“, ganz neidisch war ich auch auf die Töpferwaren. Das Beste zum Schluss – hier ist noch das “Alphabet der Götter“, das mich ebenfalls zum Nachdenken brachte. Sowas will ich auch mal haben.

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So das war es für heute: Eine ganze Menge Links auf “Sachen die Andere gebastelt haben”. Wenn man sich bei den jeweiligen Blogs im Blogroll austobt, geht diese in-sich-selbst verlinkte Community übrigens munter weiter.

Bommel Anleitung

Es gibt viele Anleitungen wie man ein Bommel macht. Aber wie macht man den am schnellsten?
(Die Anleitung wurde überarbeitet)

1. Grösse, Farbe, Faden wählen
Die Grösse des fertigen Bommel ist entscheidend. Mit der Methode können Bommel von 5 bis 20 cm Durchmesser gut gemacht werden. Dazu wird ein Wickelholz gebraucht, hier ein Lineal. Der Umfang des Wickelholzes ist nachher der Durchmesser des Bommels.
Bei der Farbe und Faden hat man freie Wahl. Bewährt hat sich Wollfaden. Falls mehrere Farben gewünscht werden, können die nacheinander oder miteinander aufgewickelt werden. Bei Nacheinander aufgewickeltem Faden gibt es Farbflecken. Bei miteinander aufgewickeltem Faden wird der Bommel nachher gescheckt sein.

2. Wickeln
Der Faden wird nun auf das Wickelholz gewickelt.

3. Dichte bestimmen
Wie dicht soll der Bommel nachher sein?
Hierzu habe ich keine Formel. Als Vergleichswert: Für ein 25 cm durchmessenden Bommel habe ich 800 g Wollfaden gebraucht (400g nachher wieder abgeschnitten).

4. Abbindfaden einziehen
Der Faden zum abbinden des Bommels muss zwischen aufgewickeltem Faden und Lineal eingezogen werden.

5. Abbinden
In der Mitte des Wickelholzes/Lineals die Fäden zusammenziehen und ein festen Knopf machen.

6. Aufschneiden
Das Wickelholz umdrehen und ebenfalls in der Mitte des Wickelholzes die Fäden durchschneiden.

7. Nochmals abbinden
Die Fäden nochmals abbinden. Je grösser der Bommel, je mehr muss das Ganze halten.

Bommel

Der Bommel ist nun grundsätzlich fertig. Da dieser aber auch richtig schön aussehen soll, kommen wir zum Aufhängen des Bommels:

1. Richten
Die Fäden des Bommels richten. So sieht er schon wesentlich runder aus.

2. Den Bommel aufhängen.
Wenn der Bommel an den Abbindfäden aufhängt wird, hat der Bommel oben eine relativ flache Seite die unschön aussieht (siehe “Schlechter Aufhängepunkt”).
Darum nehm einen Faden der beiden Polen auf. Der Bommel sieht nun wesentlich runder aus. Je nach Verwendung des Bommels, soll der Faden zum Aufhängen gut halten. Hierzu wird mit einer Nadel nochmals ein Faden eingezogen. Mit der Nadel sollte hier durch möglichst viele andere Fäden gestochen werden, so dass das ganze nachher hällt.
3. Um eine richtig schöne runde Form zu bekommen, muss der Bommel nun mit einer Schere zurecht geschnitten werden.

Bommel aufhängen und ausrichten

Muster:
Mit dieser Technik habe ich einen grossen Bommel gemacht, der wurde für eine Zipfelmütze gebraucht. Dafür habe ich 800 g Wolle verwendet. Davon habe ich 400g Wolle wieder abgeschnitten. Der Bommel wiegt somit noch rund 400g und hat einen Durchmesser von 25 cm.