Wolkowentasche

Nach langer Zeit wieder einmal ein Bastelbericht. Ich habe im Lauf der Zeit aus altem Bettzeug eine Tasche genäht, die ich am Epic Empires benutzen will. Da ich dort Wolkowe bespiele, nenne ich sie derzeit die „Wolkowentasche“.

Hängende Tasche

 

Weil das einfache Zusammensetzen der Teile zu einfach gewesen wäre, habe ich einige Zusatztäschchen eingefügt, eine im Deckel, zwei „mittlere“ auf der Vorderseite und drei „kleine“ im Innern:

Wolkowentasche, Klappentasche

 

Wolkowentasche, mittlere Innentasche

 

Wolkowentasche, kleine Innentaschen

Drachenfest ausverkauft – Epic Empires als Anfänger?

Für dieses Jahr ist das Drachenfest ausverkauft (DF-Forum):

Liebe DrachenFestler,

zum ersten Mal in der Geschichte des DrachenFestes auf dem Quastgelände muss ich eine solche Mitteilung machen:

Nach dem letzten Staffelschluss hat sich ergeben, dass die Lagerfläche auf dem DrachenFest voll und damit die Spielerplätze komplett ausgebucht sind. Das bedeutet, eigentlich ist eine Spieleranmeldung für das diesjährige DrachenFest nicht mehr möglich. (…)

Deshalb bietet sich an dieser Stelle Werbung an:

Gleichzeitig bietet das Epic Empires an verschiedenen Orten Möglichkeiten, als Anfänger auch reinzuschnuppern. Entgegen der Annahme und deutlich entgegen der durch Fotos propagierten Sicht ist das Epic keinesfalls eine Elite-Con, auf der kaum jemand ohne Freunde und ohne 500€-Klamotte hingehen kann. Mein eigenes Lager, das Pilgerlager, bietet für dieses Jahr einen „Einsteigerdeal“ für Larpanfänger an. Weitere Infos gibt es auf der Pilgerlagerhomepage.

Und ganz so weit wie das Drachenfest ist es auch nicht. Nur Vorteile!

/Werbung Ende

 

War ich Lagerorga im Landsknechtlager?

Ich bin seit Beginn Mitwirker im Landsknechtslager auf dem Drachenfest. In einer Mischung aus Warhammer, Histo und weiteren Anleihen versuchen wir, auf dem Drachenfest eine Söldertruppe zu bespielen. Unsere Stärke ist ein disziplinierter Haufen aus Langwehrträgern, dessen Grösse auffällt – im Lager hat es rund hundert Mitspieler.

Wie alle derartigen Projekte braucht es ein gewisses Mass an Organisation. Das Drachenfest selber gibt eine gewisse Struktur vor, mit den LPK (Lager-Platz-Koordinatoren) und den LBK (Lager-Bau-Koordinatoren). LPK verteilen den zugewiesenen Lagerplatz an die einzelnen Spieler, LBK sorgen für den Auf- und Abbau der Bauwerke, Palisaden und Ähnlichem. Im ersten LKL-Jahr hatten wir dazu noch eine sogenannte „Lagerorga“. Konzeptuell ist sie der „Larporga“ entlehnt: Sie managt alles. Zwischen „Wer spielt die notwendigen NSC“ und „Wer ist in unserem Lager“ entsteht ein Dunstkreis, in dem alles, „was ansteht“, von der Lagerorga entschieden wird. Sie ist de facto Spieldesigner des Lager. In den Folgejahren hat sich das Konzept „Lagerorga“ aber zerfranst: Niemand hat sich direkt als Lagerorga bezeichnet, trotzdem wurden Entscheide gefällt. Wie das?

Aus meiner Sicht gibt es zwei Varianten, ein derartiges Lager zu zu organisieren. Die erste habe ich oben beschrieben: Jemand, eine Gruppe oder eine Einzelperson zeichnet sich verantwortlich. Sie entscheidet, ob sie dabei die restlichen Mitglieder konsultiert oder nicht, spielt keine Rolle. Sie delegiert auch Aufgaben nach unten ab und ernennt Verantwortliche. Aus meiner Sicht ist das ein typisches Modell, fast alle Grossconlager benutzen es mehr oder weniger. Es beinhaltet, dass die Entscheide der Orga nicht transparent sein müssen, es aber können – Informationen fliessen alle über eine Zentrale, alle Anderen bekommen nur, was man ihnen gibt.

Wir im LKL haben mehr oder weniger ein anderes Modell benutzt. „Orga-los“, „Basisdemokratie“, wir haben nie einen Namen dafür verwendet. In seiner Grundstruktur besitzt es eine öffentliche Plattform, in unserem Fall ein komplett einsehbares Forum. Jedes Anliegen kann und soll im Forum verarbeitet werden, entsprechende Entscheide dauern lange und werden drei, vier Mal im Jahr auch auf einer mit Tagesordnung angekündigten Telefonkonferenz gefällt. Wer auch immer halbwegs in diesen Strukturen blieb und Aktivität zeigte, dessen Meinung erhält Gewicht. Man könnte es also auch ein Stück weit als „merokratisches Prinzip“ bezeichnen. Die „Macht“ liegt bei jedem, solange er Support organisieren kann, notwendige Projektleitungen werden jedes Jahr neu entschieden und vergeben – sogar wenn sie an die gleichen Leute gehen.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Ich bin selber nach all den Jahren im LKL der Meinung, dass wir ein gutes System haben, ich kann es echt allen empfehlen. Leider vermute ich aber seinen grossen Feind in der Routine. Und die schleicht sich langsam rein.

Warum schreibe ich das? Ich habe vor wenigen Wochen meinen „Job“ im LKL abgegeben, den ich seit Jahren hatte. Ich wollte festhalten, wie es aus meiner Sicht funktionierte und sich wie von anderen Systemen abgrenzt – es ist sehr gut möglich, dass im LKL durch den personellen Wechsel andere Entscheidungsmuster- und Systeme benutzt werden. Weiterhin kann ich jedem grösseren Lager empfehlen, einmal eine Weile lang mit einem „alle sind dabei“-System zu arbeiten: Nichts bindet Motivierte einfacher an ein Lager als der Verzicht auf Titel, Posten und fest definierte Zuständigkeiten. Und nichts lässt mich entspannter Loslassen als der Job „Lagerorga“, den ich ja nie innehatte. 😉

Haithabu-Schuhe – endlich brauchbar!

Ich habe die letzten Jahre ein Faible für (Larp-)Schuhe entwickelt. Nachdem ich letzthin mein allererstes Paar wieder hervorgekramt habe, habe ich auch festgestellt, dass ich da durchaus Fortschritte gemacht habe: Von „Ich muss es selber machen“ zu „Es sieht okay aus und ist tragbar“. Dazwischen waren zwei zu klein geratene Exemplare, die schnellen vom Freitagabend und die nicht einmal im Blog aufgetauchten und noch nicht fertiggestellten „zu kleinen Schuhe„. Dabei musste ich mich neuen Begriffen (Brandsohle? Zwicken? Durchgenäht? Stossnaht? Sohlenleder?) und neuen Techniken beschäftigen, die ich zuerst oft einfach ignoriert habe… dabei wäre es auch da sinnvoll gewesen, sich etwas tiefer einzulesen als nur gerade die ersten beiden Google-Such-Resultate zu konsultieren. Irgendwo im Hinterkopf schwebten immer wieder Bilder, die aufzeigten, das es möglich sein müsste (Mein Lieblingsbild dazu).

Ein erstes Highlight ergab sich am Beringar 1 (Spielbericht), als ich mit selbstgenähten Schuhen auf den Gotthard wandern konnte. Ich kam beim Tempo der Mitwanderer mit und habe den Nutzen eines stabilen Wanderstabs das erste Mal direkt erlebt. Nun habe ich vorletzte Woche in rund 20 Arbeitsstunden ein weiteres Paar gemacht, auf das ich richtig stolz bin.

Vorlagen habe ich aus:

Und Techniken, Hilfestellungen und grundlegende Konzepte aus:

Ergebnis

Haithabu-Schuhe
Haithabu-Schuhe

 

Haithabu-Schuhe, ohne Lederfett

 

Ich bin stolz drauf, sehr stolz. Es tut mir leid dass ich eine Menge Leute am ersten Spiel, an dem ich sie trug, mit meiner Faszination beschwatzt habe, es war wirklich nur ein Zeichen meiner Freude – und vielleicht ein bisschen Anerkennungs-Hascherei.. 🙁 )

Es wird nicht das letzte Paar gewesen sein. Für diesen Sommer werde ich sie tragen und zwar so oft ich kann. Das nächste Paar wird allerdings nicht für mich, sondern für meine Freundin sein… sie hat Bedarf und ich habe immer wieder betont, dass sie von mir „hübsche Wiki-Stiefel“ kriegt, alsbald ich „brauchbare Schuhe“ nähen kann. Also ab jetzt.

Neue Beinwickel

Heissen die Dingers eigentlich Bein- oder Wadenwickel? Irrelevant, ich habe neue:

Beinwickel, Diamantköper

Detail des Musters:

Beinwickel, Diamantköper Detail

Dann kommt etwas Werbung: Gekauft habe ich sie bei einem Kerl, den ich tagelang den „irren Franzosen“ genannt habe: Am Tag der Bestellung kam die Bestätigung, alles sei wie auf der Homepage sichtbar lieferbar. Danach kamen im Zweitages-Takt Mails, erst von ihm, dann noch von der Französischen Post, immer hübsch mit Infos wo mein Paket sei. Im Paket nachher waren auch zwei deutsche (!!!) Zettel:

Marchand Médiéval

Ich vermute, er meint „Gutes Reenacten“ oder sowas in der Art. Auf jeden Fall bin ich bin den Dingern zufrieden und der Zettel hat mich besonders gefreut: Er kann zwar Deutsch, aber nicht so ganz alles richtig. Das hemmt ihn aber gar nicht! Seinen Shop findet man unter Marchand Médiéval, ich kann’s nur empfehlen.

Löffelschnitzerei

Löffel, unmodifiziert
In den letzten beiden Wochenenden habe ich mich erstmals an Schnitzereien an Löffeln versucht. Bei uns zu Hause lagen zwei Löffel rum, einen habe ich irgendwo gefunden, der andere ist von meiner Freundin. Ich kenne die Vorlage nicht und habe deshalb die originalen Modelle nirgends zuordnen können: Für mich war das ein Freischein für Basteleien. Zumal die Form auch fürs Essen kaum getaugt hat, mit diesem komischen Haken…

Das Ursprungsmodell ist wahrscheinlich das rechts im Bild, es kann m.W. bei Melbars Tröpfelhandel oder bei Ascarius bezogen werden. Im Originalzustand sieht er stark nach maschineller Anfertigung aus, daher habe ich als erstes die Form angepasst und anschliessend ein Muster in den Griff eingeschnitten.

Löffel, Form angepasst
Löffel, mit Schnitzerei
Löffel, mit Schnitzerei für meine Freundin

Ich bin ziemlich zufrieden, den meisten Aufwand machte leider das Nachschärfen der Schnitzwerkzeuge.

Rushose II – Schnittmuster und Nähhinweise

Vor fast zwei Jahren habe ich eine Rushose genäht, die seither für meine Wikingercharaktere und den Wolkowen gute Dienste leistet. Vorletzte Woche habe ich ein Stück feine graue Wolle (150cm x 180cm) aus meinem Schrank genommen mit der festen Idee eine neue solche Hose zu nähen. Schliesslich – so meinte ich mich zu entsinnen – kann ich einfach ein Schnittmuster zücken und „dasselbe in grau“ durchführen. Tja, das ging schief. Denn meine ursprüngliche Schnittzeichnung war für nichts gut – einfach nicht mehr gleich umsetzbar. Deshalb habe ich hier eine neue Schnittzeichnung und diesmal auch ein Schnittmuster. Diese Hose passt mir wunderbar. Zuerst das Schnittmuster:

 

Rushose Schnittmuster
Rushose Schnittmuster

Teile:

  • Bund: Ein Band, 104cm x 8cm
  • Gurtschlaufe: 6 Stück, ~5cm x 8cm
  • Einsatz: Ein gleichschenkliges Trapez, Grundlinie 17cm, nach oben auf 13cm verjüngt, bei einer Höhe von 12cm
  • Einsatz: Ein gleichschenkliges Trapez, Grundlinie 9cm, nach oben auf 4cm verjüngt, bei einer Höhe von 59cm. Das Ding ist hier auf dem Kopf gezeichnet, weil die beiden Trapeze so zusammengenäht werden.
  • Wadenröhre: Zwei Stück, Rechteck von 33cm x 42cm.
  • Bein: Zwei Stück – hier fehlt die Breite, die bei mir ~ 140cm war: Schliesslich soll es eine weite, pludernde Hose werden. Entsprechend wäre die Breite am Bund oben, ~140cm – 21.5cm und unten die vollen 140cm.

Nähen / Erklärungen:

Rushose Schnittmuster
  • Grün: Beide grünen Kanten ergeben zusammen in der Länge die blaue Kante
  • Rot: Beide Kanten müssen gleichlang sein. Ergibt sich durch das Messen vom Bauchnabel zum Steissbein.
  • Schwarz: Alle Kanten gemeinsam ergeben den Bauchumfang. Achtung, es sind insgesamt drei Kanten und die längste beim Beinteil zählt zweimal.
  • Violett: Alle drei Kanten sind gleichlang – sowohl der schmale Teil am Hosenbein als auch die beiden Stücke am mittleren Teil.
Graue Rushose Detail Faltenwurf
Graue Rushose Detail Beinröhre
Graue Rushose Nahtzugaben

Reihenfolge: Der lange/schmale Einsatz wird bei beiden Hosenbeinen in die rote Kurve eingenäht. Danach wird der kurze/breite Einsatz angesetzt: Die beiden Ecken an denen Grün&Violett aneinanderstossen, werden aneinander genäht. Zum Schluss wird die grüne (jetzt verlängerte) Linie an die blaue genäht. Damit ist der komplexe Teil durch. Oben werden die Hosenbeine an den Bund angefaltet und unten die Hosenbeine an die Wadenröhren. Wie die Hose sich aufbaut, zeigt der Vidforli-Blog ganz gut mit einem Papiermuster. Alle Nahtzugaben sind, damit sich allfällige Belastung schön verteilt und damit der Faltenwurf sich schön entwickeln kann, auf der Innenseite flachgenäht.

 


Fertig sieht es dann so aus:

Graue Rushose Front
Graue Rushose Rückansicht

Und, weil ich so stolz bin: Aus einem Stück, das 150×180 hatte, sind das die einzigen Reste, die noch über sind:

Graue Rushose: Reste